Kwass: Russlands wahres Nationalgetränk

Erfrischungsgetränk aus altem Brot kann als Getränk genossen, oder auch als Grundlage für sommerliche Suppen verwendet werden.. Foto: Lori_Legion Media

Erfrischungsgetränk aus altem Brot kann als Getränk genossen, oder auch als Grundlage für sommerliche Suppen verwendet werden.. Foto: Lori_Legion Media

Erfrischungsgetränk aus altem Brot erfreut sich großer Beliebtheit

Wenn Sie der Meinung sind, Wodka sei das russische Nationalgetränk, dann sollten Sie diesen Gedanken schleunigst verwerfen. Denn ein leicht alkoholisches, etwas moussierendes, goldbraunes Getränk namens Kwass löscht den Durst der Russen schon seit vielen Jahren und erfreut sich derzeit wieder großer Beliebtheit.

Der klassische Kwass ähnelt in seiner Konsistenz und Säure einem leicht alkoholischen Apfelwein und wird aus fermentiertem Schwarz- oder Roggenbrot, Quellwasser und Kräutern hergestellt. Es gibt allerdings auch Kwass-Varianten, die aus Beeren, anderen Getreidearten und Roten Rüben hergestellt werden. Kwass kann als Getränk genossen, oder auch als Grundlage für sommerliche Suppen wie die Okroschka verwendet werden.

In den Sommermonaten gibt es an fast jeder Straßenecke die vertrauten gelben und roten Kanister mit Kwass, der den ganzen Tag als

Durstlöscher dient. Heute wird Kwass in großen Abfüllanlagen hergestellt und ganzjährig im Supermarkt verkauft – ein Millionengeschäft, bei dem selbst Coke und Pepsi mitmischen. Diese Entwicklung betrachten viele Russen als eine etwas geschmacklose Kommerzialisierung ihres nationalen Heiligtums, dennoch teilen sie die Meinung, dass Kwass anderen Softdrinks geschmacklich weit überlegen ist.

Der beste Kwass ist und bleibt jedoch der selbst gemacht. Den allerbesten Kwass findet man in orthodoxen Klostergemeinschaften. Kwass ist leicht genug, dass ihn auch Kinder trinken können – und natürlich ist er deutlich gesünder als Limonaden oder zuckerige Säfte. Außerdem ist er eine hervorragende Möglichkeit altes Brot zu verarbeiten Also: Probieren Sie Kwass! Vielleicht finden ja auch Sie Ihre Vorliebe für dieses Getränk.

Bei der Zubereitung können Sie ruhig ein bisschen mit den Zutaten spielen, bis der Geschmack Ihnen rundum mundet. Mein Kwass hat durch die Zugabe von etwas Ingwer und Zitronenschale seine ganz besondere Note erhalten. Experimentieren Sie, und lassen Sie es sich schmecken!

Geräte:

Seihtuch oder sauberes Geschirrtuch

Glasflaschen mit wieder verschließbaren Plastikstöpseln

Zutaten:

4 Liter kochendes Wasser und 45 ml warmes Wasser

1 daumengroßes Stück frischen Ingwer, geschält und in dünne Scheiben geschnitten

15 Gramm frische Zitronenschale, gewürfelt

50 Gramm Rosinen

125 Gramm Zucker

750 Gramm getrocknetes, altes Roggenbrot, Pumpernickel oder Schwarzbrot, in Würfel geschnitten oder zerbröselt. Dass russische „borodinsky“ liefert den besten Geschmack.

1 Päckchen Trockenhefe (2 1/4 TL oder 7 Gramm)

Zubereitung:

1. Das Wasser in einem großen Kochtopf mit Deckel zum Kochen bringen.

2. Die Brotwürfel auf ein Backblech legen und 30 Minuten bei 180°C backen, bis sie hart sind. Wenn das Brot schon vorher hart ist, dann muss es nur 15 Minuten gebacken werden.

3. Sobald das Wasser kocht, den Topf vom Herd nehmen, das Brot hinein geben und kurz umrühren. Anschließend zugedeckt fünf Stunden ziehen lassen.

4. Ein Sieb mit einem Seihtuch auslegen und auf einen sauberen Topf oder eine Schüssel stellen. Das Brot absieben und die Wassermischung durch das Tuch laufen lassen. Dabei mit der Rückseite eines Holzlöffels die Brotstücke ausdrücken, um ihren Geschmack zu erhalten. Die Brotstücke wegwerfen.

5. Die Trockenhefe mit dem warmen Wasser verrühren und 2 Minuten stehen lassen.

6. Dem Brotwasser die Wasser-Hefe-Mischung, Zucker, Zitronenschale und Ingwer hinzufügen, mit einem Tuch abdecken und über Nacht ziehen lassen (8 bis 12 Stunden).

7. Die Flüssigkeit durch ein Sieb gießen, Ingwer und Zitronenschale wegwerfen. Die Flüssigkeit in Glasflaschen füllen und darauf achten, diese nicht ganz voll zu machen, damit der Gärprozess weitergehen kann. In jede Flasche eine Handvoll Rosinen geben, dann verschließen und 2 bis 3 Stunden ruhen lassen. Vor dem Servieren 2 bis 3 Tage im Kühlschrank gären lassen.

Prijatnogo Appetita!