Pannen-Rakete kommt wieder runter – nur wann und wo?

Die am Dienstag fehlgestartete russische Rakete mit zwei TV-Satelliten an Bord wird in einigen Monaten auf die Erde stürzen. Wo, kann man nur sehr diffus sagen – die meisten bewohnten Breiten sind in Gefahr.
Eine Proton-M-Trägerrakete. Foto: AP

Das Raketenmodul Bris-M samt eines russischen und eines indonesischen Satelliten an Bord musste alsbald nach dem Start von der Pannen-geplagten russischen Raumfahrt als verloren abgeschrieben werden: Die dritte Stufe hatte nur für wenige Sekunden gezündet, weshalb das Raumgefährt nun in einer ellipsoiden Erdumlaufbahn zwischen 300 und 5.500 Kilometer Höhe um die Erde eiert. Nach Angaben russischer Wissenschaftler ist mit einem Absturz der Rakete in etwa sechs bis acht Monaten zu rechnen. Dabei werden wohl einige große und feste Teile wie die Brennkammern oder die Treibstofftanks beim Eintritt in die Atmosphäre nicht verglühen und auf die Erde stürzen.

Genauere Prognosen sind aber schwierig, da viel davon abhängt, in welchem Stadium des Absturzes die Rakete anfängt, sich aufzulösen und die geladenen Satelliten freigibt.

Menschengemachter Meteorit

Über den Ort des absehbaren Absturzes ist der Informationsstand noch ungenauer: Wie ein Informant aus Raumfahrtkreisen gegenüber Interfax erklärte, kann er an jedem beliebigen Punkt der Erdoberfläche zwischen dem 50 Breitengrad im Norden und Süden stattfinden. 

In Europa ist damit das Areal südlich der Linie Frankfurt/Main-Prag-Krakau-Charkow potentiell gefährdet. Unter kosmischen Beschuss geraten könnte auch der Süden und Ferne Osten Russlands - wie auch ganz Asien ohne Sibirien. Auch Afrika und alle dichter bewohnten Breiten Amerikas sind potentielles Absturzgebiet.

Wie schon unlängst bei Phobos-Grunt

Damit wird sich im Frühjahr 2013 ein Szenario wiederholen wie schon im

Januar 2012, als die fehlgestartete russische Marssonde Phobos-Grunt auf die Erde zurückfiel. Damals war das Areal zwischen 51,4 Grad Nord und Süd gefährdet. Erst in den letzten Tagen und Stunden des Fluges war der Absturzpunkt dann grob prognostizierbar. Die Omnibus-große Forschungsplattform fiel letztlich ohne weiteren Schaden anzurichten in den Südpazifik. 

Dieser Artikel erschien zuerst bei Russland Aktuell.