Experte: "Austritt Griechenlands und Irlands aus der Euro-Zone möglich"

Foto: Getty Images / Fotobank

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Die Krisenerscheinungen in der Eurozone können laut Jewgeni Jassin, Leiter der Moskauer Hochschule für Wirtschaft, einen Ausstieg von Griechenland und Irland aus der Währungsunion bewirken. Dabei wird es aber zu keinem Zerfall der Europäischen Union kommen, so Jassin.

Der Wirtschaftsexperte sieht dabei keine großen Gefahren für Russland, welche Veränderungen auch immer eintreten mögen, denn die wichtigsten Handelspartner Russlands seien die wirtschaftlichstärksten europäischen Länder. 
 
Laut Jassin könnte Russland nur dann mit Problemen konfrontiert sein, wenn sich die Situation in Europa deutlich verschlechtern und die europäischen Geschäftspartner kein Erdöl und kein Erdgas mehr aus Russland beziehen würden.  
 
Die Krisenerscheinungen in Europa würden zu keinem Zerfall der Europäischen Union führen, könnten jedoch Änderungen an der Zusammensetzung der Eurozone bewirken, so Jassin.  
 
Die europäischen Länder sind laut dem Experten bemüht, die Eurozone

in ihrer heutigen Form zu bewahren, um Image-Schäden zu vermeiden. Doch das Problem der großen Diskrepanzen im Entwicklungsniveau zwischen den Ländern bleibe bestehen. So hätten einige Länder seit mehreren Jahren EU-Subventionen erhalten, um ihre Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen. 
 
Laut Jassin wurden diese Subventionen etwa in Griechenland und Spanien nicht in ausreichendem Maß genutzt, um die Wirtschaft dieser Länder stärken zu können. 
 
Das Problem habe sich durch das stürmische Wachstum der Entwicklungsländer verschärft, die große Mengen von billigeren Waren anbieten, die den Waren aus europäischen Ländern in der Qualität um nichts nachstehen würden.
 
Er sei nicht sicher, dass die anderen Mitgliedsländer der Eurozone bereit wären, Länder wie Griechenland und Irland bis ins Unendliche zu unterstützen, sagte der Wirtschaftsexperte.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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