Los geht’s – das Russlandjahr in Deutschland

Foto: AFP_Eastnews

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Den Auftakt des Russlandjahres in Deutschland bilden das Kinderforum „Diese Welt gehört uns“ vom 23.-25. August in Bonn und das Festival „Strahlende Sterne Russlands“ vom 27.-31. August in Berlin. Auf einer Pressekonferenz am 16. August stellte Alexander Tschesnokov, stellvertretender Leiter der Russischen Agentur für auswärtige kulturelle und gesellschaftliche Zusammenarbeit, Rossotrudnitschestvo, in Berlin die ersten Höhepunkte des „Jahres Russlands in Deutschland“ vor.

In der wunderbar renovierten russischen Botschaft Unter den Linden, ganz in der Nähe des Brandenburger Tores, enthüllte Alexander G. Tschesnokov ein geheimnisvolles Wort. Es hieß "Rossotrudnitschestvo" und ist eines der berühmten russischen Organisationskürzel, die dem Deutschen fremd und fabelhaft erscheinen und dann doch nur ganz trocken mit "Föderale Agentur für auswärtige kulturelle und gesellschaftliche Zusammenarbeit" übersetzt wird. Alles andere als trocken war dann das Programm zum Thema "Das Jahr Russlands in Deutschland". Dieses Jahr, das vom Sommer 2012 bis zum Sommer 2013 stattfindet, bringt eine Serie von Veranstaltungen, die unter dem Titel "Deutschland und Russland - gemeinsam die Zukunft gestalten" zeitgleich in beiden Ländern stattfinden. 

 

Wahrscheinlich weil die russisch-deutsche Kooperation noch wachsen soll, wird der Einstieg in das Programm ein internationales Kinder-Forum sein, das im altehrwürdigen Bonn, der ehemaligen Hauptstadt der

Bundesrepublik Deutschland, stattfindet. Das Nachwuchs-Forum mit dem hoffnungsfrohen Motto „Diese Welt gehört uns!“ beginnt am 23. August mit einem festlichen Umzug mit farbenfrohen Kostümen, der auf dem Bonner Markplatz münden und in einem „Unterricht des Friedens“ - unter der Schirmherrschaft der UNESCO - seinen Höhepunkt finden wird. Wenn dann am Freitag, den 24. August, eine Serie russischer Trickfilme gezeigt wird, darf man sicher sein, dass es im "Interaktiven Unterricht für Kinder" auch eine Menge zu lachen gibt. Man darf auch hoffen, dass später am Abend, ab 19.30 Uhr auf der "Blumenwiese" der Bonner Rheinaue, auf der es den Unterricht und die vielen Kunst-Ausstellungen geben soll, das Wetter trocken bleibt, damit die "Musikalische Feuerwerks-Show" den Bonner Himmel erhellen und sich im Rhein widerspiegeln kann.

 

"Diese Welt gehört uns!" steht auch als Losung über dem Fußball-Freundschaftsspiel der deutschen und der russischen Kinder-Nationalmannschaften, das am 25. August im Fußballstadion von "Blau-Weiß Friesdorf" den Schlusspunkt unter das Kinder-Programm setzen wird, dessen Hauptziel die weitere Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen sein soll. Ganz sicher wird es auch einen nicht minder wichtigen  Nebeneffekt geben: Das Programm soll allen, Groß und Klein, Spaß machen.

 

Ein ganzes kompaktes Paket an kulturellem, russischem Vergnügen erwartet die Berliner vom 27. bis zum 31. August bei einem Festival mit den besten russischen Star-Ensembles aus den verschiedenen Regionen der Russischen Föderation. Die unterschiedlichsten nationalen Kulturen werden unter anderem im „Russischen Haus der Wissenschaft und der Kultur“ in der Friedrichstrasse 76 -79. am 28. August ab 19 Uhr präsentiert. Kostenlose Eintrittskarten gibt es im Russischen Haus.

 

Die Besucher des Konzerts können vom berühmten russischen „Pjatnitzki Volkschor“ über das mitreißende, inzwischen hundertjährige, „Moissejew Volkstanz-Ensemble“ bis zum Kehlgesang

der einzigartigen Tamara Gverdtsiteli eine unglaubliche Vielzahl künstlerischer Gruppen und eine erstaunliche Vielfalt glanz- und phantasievollster Trachten der verschiedensten Ethnien Russlands sehen und sich überzeugen lassen was das große Land an reicher Volkskultur zu bieten hat. Schon vorher kann man im „Russischen Haus“, um 18.00 Uhr an der Eröffnung der Fotoausstellung „Die indigenen Völker des Nordens“ teilnehmen. Und dass der Tag um 13.00 Uhr mit einer Kranzniederlegung am Treptower Ehrenmal für den „Befreier-Soldaten“ beginnt, hat mit der manchmal schwierigen Geschichte der Deutschen und der Russen zu tun und gibt dem Programm ein feierliches Gepräge.

Wenn dann am 30. August beim Gala-Konzert „Strahlende Sterne Russlands“ die Berliner bei freiem Eintritt und hoffentlich gutem Wetter den „Gendarmenmarkt“ füllen werden, kann  jedermann ab 19.30 Uhr die ganze opulente russische Folklore erleben. Nur wenige werden bisher von Gesangs-und Tanz-Ensembles aus Tatarstan, aus Kalmykien, aus Baschkortostan oder Inguschetien gehört haben und sie werden den Gendarmenmarkt mit dem guten Gefühl verlassen, an einem einmaligen Fest der Volksmusik teilgenommen zu haben. Und noch ein gutes Gefühl wird sich einstellen: Das der großzügigen russischen Gastfreundschaft, die uns das Gala-Konzert der russischen „Stars“ wie auch den Zugang zu allen anderen Veranstaltungen einfach schenkt.

 

Abgerundet wird das Programm von "Das Jahr Russlands in Deutschland“ mit einem Studenten-Forum, das vom 3. bis zum 6. Oktober in Berlin tagen wird  - koordiniert mit Hilfe der „Humboldt-Universität“. Nächst der Eröffnung der Veranstaltungen im „Russischen Haus“ an der Friedrichstraße werden gemeinsame Versammlungen von deutschen und russischen Hochschulrektoren und auch „Runde Tische“ für deutsche und russische Studierende stattfinden. Das könnte das intellektuelle Klima zwischen den Ländern ebenso bereichern wie das geplante Studentenfest, das von künstlerischen Studenten-Gruppen aus beiden Ländern gestaltet werden soll. Schließlich darf man - nach all den kulturellen Erlebnissen dieses russischen Jahres in Deutschland sicher sein, dass es für die kulturelle und humanitäre Zusammenarbeit beider Länder keines Zauberwortes bedarf: Man muss nur zusammen daran arbeiten.

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