Wahhabiten verwandeln Dagestan in Terrorhölle

Der dagestanische Präsident Magomedsalam Magomedow. Foto: TASS

Der dagestanische Präsident Magomedsalam Magomedow. Foto: TASS

In der russischen Teilrepublik Dagestan rüsten sich die Behörden für den Kampf gegen islamistische Wahhabiten, schreibt die Zeitung „Moskowskije Nowosti“ am Donnerstag.

„In jeder Stadt, in jedem Landkreis werden wir zusätzlich zu den Polizeitruppen freiwillige Milizen einstellen, für die Sicherheit sorgen werden“, sagt der Präsident Dagestans Magomedsalam Magomedow. 


Das dagestanische Innenministerium veröffentlichte bereits den Namen der Selbstmordattentäterin, die am Dienstag den geistlichen Führer der Republik, Said Azajew alias Scheich Said Afandi al-Chirkawi, und sechs Gottesdienstteilnehmer getötet hatte.

Aminat Kurbanowa, die Attentäterin, sei eine Russin, die sich zum Islam bekehrte. Zuvor sei sie mit mehreren islamistischen Terroristen verheiratet gewesen. Bereits im Juni hatte das Innenministerium vor Anschlägen während der Feierlichkeiten anlässlich des Tages Russlands gewarnt: Die 30-jährige Kurbanowa wurde als mögliche Selbstmordattentäterin genannt.   


Scheich Said Afandi al-Chirkawi ist nicht das erste Opfer der Islamisten: Im Oktober 2011 war Siradschudin Israfilow, der Scheich des Landkreises Tabasaran, und im März der Imam einer Moschee in Buinaksk ermordet worden. 


Von den Medien übersehen

„Diese Attentate wurden von den föderalen Medien völlig übersehen“, beklagt der Chefredakteur der Lokalzeitung „Tschernowik“.

Er verwies darauf, dass am 19. August, dem muslimischen Festtag Urasa-Bairam, eine schiitische Moschee in Chassawjurt angegriffen wurde, ein Mensch wurde dabei getötet, sieben weitere verletzt. „Im Unterschied zum Prozess von Pussy Riot wurde dieser Vorfall völlig ignoriert“, betonte der Journalist. 


Der Mord am Scheich Said al-Chirkawi habe erneut bewiesen, dass Kompromisse mit den radikalen Wahhabiten unmöglich seien, so der Islam-Experte Roman Silantjew. „ Personen, die zu Verhandlungen mit den Terroristen, aufgerufen haben, gehören vors Gericht“, betonte er. 


Die Bereitschaft der gemäßigten Islamanhänger wie Said Afandi zum Dialog mit den Salafiten sei deren Schwäche, so der Experte. „Dieser ‚Dialog‘ hat Said Afandi das Leben gekostet.“ 


Gejdar Dschemal, Vorsitzender des Islamischen Komitees Russlands, vermutet, dass für das tödliche Attentat auf Afandi “Interessierte aus dem Ausland” verantwortlich seien, die der friedlichen Koexistenz der Völker und Religionsgemeinschaften im Nordkaukasus schaden wollen.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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