Kadyrow meldet Gebietsansprüche in Inguschetien an

Kadyrow: keine neue Grenzziehung möglich. Foto: Konstantin Zavrazhin, RG

Kadyrow: keine neue Grenzziehung möglich. Foto: Konstantin Zavrazhin, RG

Droht ein neuer Konflikt im Kaukasus? Die Ansage von Tschetscheniens Republikchef Ramsan Kadyow birgt zumindest Konfliktpotenzial: Er meldet Gebietsansprüche auf Teile der Nachbarrepublik Inguschetien an.

"Die Zeit für eine klare Grenzmarkierung ist gekommen. Wir kennen unser Territorium und lassen unter keinen Umständen zu, dass es außerhalb unserer administrativen Grenzen bleibt. Andererseits erheben wir auch keinen Anspruch auf nur einen Meter fremden Gebiets", sagte Ramsan Kadyrow in Grosny.

Zugleich beansprucht der Tschetschenenführer den Kreis Sunschenskoje und Teile des Malgobekski-Kreises für seine Republik, obwohl beide Kreise derzeit als inguschetisches Territorium gelten. "Wir verfügen über Archivdokumente, die beweisen, dass diese Kreise Teil unserer Republik sind. Inguschetien hat solche Dokumente nicht, weil es sie nie gab. Die Oblast Inguschetien wurde uns erst 1934 angeschlossen", unterstreicht Kadyrow seine Gebietsansprüche.

Die Grenzziehung zwischen den einzelnen Republiken - speziell im Kaukasus - wurde zu Sowjetzeiten oft willkürlich gezogen und ist bis heute Teil heftiger Konflikte, wie im benachbarten Georgien. Inguschetien und Tschetschenien waren zu Sowjetzeiten Teil der Tschetschenisch-Inguschetischen ASSR.

Die Aussagen Kadyrows über eine neue Grenzziehung dürften für Konflikt sorgen, zumal er in seiner Rede mehrfach den inguschetischen Präsidenten Junus-Bek Jewkurowpersönlich angegriffen hat. Jewkurow, so die Behauptung Kadyrows, habe zur Spaltung der beiden Völker beigetragen.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell. 

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