Putin im Interview: Russland auf zweite Krisenwelle besser vorbereitet

Wladimir Putin in seinem  ersten Interview nach dem Wahlsieg in März 2012.  Foto: kremlin.ru

Wladimir Putin in seinem ersten Interview nach dem Wahlsieg in März 2012. Foto: kremlin.ru

Laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ist Russland auf eine mögliche zweite Krisenwelle besser vorbereitet als auf die erste.

„Ich denke, dass wir heute noch besser vorbereitet sind, denn wir haben die erste Krisenwelle hinter uns und begreifen, was zu tun ist und wie. Wir haben auch Mechanismen zur Bekämpfung der Krise", sagte Wladimir Putin im Interview mit dem Fernsehsender Russia Today am Vorabend des APEC-Gipfels.

Putin teilte mit, dass er noch im vorigen Jahr die Regierung beauftragt habe, das vorhandene Instrumentarium und die Gesetzgebung entsprechend zu vervollkommnen. Das Parlament habe auch für den Reservefonds der Regierung 200 Milliarden Rubel (umgerechnet rund 5 Milliarden Euro) bewilligt. Laut Putin verfügt Russland damit über genügend Mittel, um eventuelle Probleme zu bewältigen.

Auch die Gold- und Devisenreserven seien angewachsen, der Vorkrisenstand sei fast wieder erreicht. „Wir sind nach China und Japan das dritte Land in der Welt nach dem Umfang der Gold- und Devisenreserven. Unsere Gold- und Währungsreserven liegen bei über 500 Milliarden Dollar", sagte Putin. „Gleichzeitig sind auch die Reserven der Regierung in Wachstum begriffen. Wir haben zwei Reservefonds – den Wohlstandsfonds mit umgerechnet 80 Milliarden Dollar und den Reservefonds mit rund 60 Milliarden Dollar. Aus dem Reservefonds soll das Haushaltsdefizit finanziert werden. Aber wir haben kein Defizit", betonte Putin und fügte hinzu, der Haushalt vom vorigen Jahr sei mit einem Überschuss veranschlagt worden, „mit einem kleinen, aber dennoch einem Überschuss".

Als Hauptbedingung für eine erfolgreiche Überwindung der Krise betrachtet Putin das Wirtschaftswachstum. Russlands BIP-Wachstum sei mit 4,2 Prozent nach China und Indien an dritter Stelle unter den großen Wirtschaften der Welt gelegen, so der Präsident. Nach seinen Worten rechnet die Regierung in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum in Höhe von 4 bis 5 Prozent. „Das ist die wichtigste Voraussetzung, die uns besagt, dass Russland genug Mechanismen für den Kampf gegen diese Gefahren und Herausforderungen hat, falls es mit Problemen konfrontiert wird".

Dieser Beitrag erschien zuest bei RIA Novosti. 

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