Chimki: Waldschützerin Tschirikowa darf kandidieren

Jewgenia Tschirikowa ist die Vorsitzende der „Bewegung zum Schutz des Waldes von Chimki“ und zugleich ein wichtiges Figur in russicher Opposition. Foto:  ITAR-TASS.

Jewgenia Tschirikowa ist die Vorsitzende der „Bewegung zum Schutz des Waldes von Chimki“ und zugleich ein wichtiges Figur in russicher Opposition. Foto: ITAR-TASS.

Jewgenia Tschirikowa, die international bekannte Vorsitzende der „Bewegung zum Schutz des Waldes von Chimki“ ist als Kandidatin für die Bürgermeisterwahl in dem Moskauer Vorort zugelassen worden.

Tschirikowa ist zugleich einer der führenden Köpfe der russischen Oppositionsbewegung. Die Bürgermeisterwahl in Chimki am 14. Oktober verspricht damit landesweit auf gehöriges Interesse zu stoßen. Über die Zulassung zur Wahl für das Amt des Stadt-Chefs in ihrer Heimatgemeinde berichtete Tschirikowa selbst per Twitter. Um kandidieren zu können, musste sie 727 gültige Unterschriften von Bürgern der Moskauer Stadtrandgemeinde einreichen.

Bislang sind zu der Wahl vier Kandidaten zugelassen worden. Insgesamt haben jedoch 17 Bewerber angekündigt, sich um das Amt in der zwischen Moskau und dem Flughafen Scheremetjewo gelegenen Stadt mit über 200.000 Einwohnern zu bewerben. Als weiterer prominenter Bewerber aus der Umweltaktivisten-Szene tritt auch der einstige Vizechef der Umweltbehörde, Oleg Mitwol, antreten. 


Das Amt in der von zahlreichen Skandalen erschütterten Stadt war vakant geworden, nachdem Sergej Schoigu, der neue Gouverneur des Moskauer Gebietes den bisherigen Stadtchef Wladimir Streltschenko zum Rücktritt aufgefordert hatte. 

Chimki war Schauplatz eines zähen Kampfes von Umweltschützern

gegen den Bau einer Autobahn in Richtung Flughafen und weiter nach St. Petersburg, deren Trasse von den Behörden quer durch den Stadtwald gelegt wurde. Die Proteste führten 2011 letztlich zu einem vorübergehenden Baustopp und einer erneuten Überprüfung des Projektes. Inzwischen wurde der Bau zwar wieder aufgenommen, aber die dafür in Anspruch genommenen Flächen wurden drastisch reduziert. Während des Kampfes für und gegen das Autobahnprojekt war es in Chimki mehrfach zu brutalen Angriffen auf Umweltaktivisten und deren Unterstützer gekommen.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell.