Mohammed-Hass-Film kommt in Russland auf den Index

Die russischen Behörden haben schnell auf den Aufruhr wegen des islamfeindlichen Films „Die Unschuld der Muslime" reagiert: Die Generalstaatsanwaltschaft will den Film jetzt verbieten lassen. Wie die Behörde mitteilte, sei das in den USA angefertigte Machwerk überprüft und „als für Gläubige beleidigend" bewertet worden. Deshalb sei bei Gericht eine Klage auf Anerkennung des Films als extremistisch eingereicht worden.

Sobald das Gericht sich den Argumenten der Staatsanwaltschaft

anschließt, wird die Vorführung und Verbreitung des Hetz-Films in Russland verboten. Die russischen Behörden haben damit ungewöhnlich schnell auf die in zahlreichen islamischen Ländern in Gewalt ausartenden Proteste gegen den Streifen eines christlich-radikalen US-Produzenten reagiert: Der Film wurde erst letzte Woche ins Internet gestellt. Außerdem ist bislang keine auf Russisch synchronisierte oder untertitelte Fassung bekannt. Obwohl es sich damit um einen Akt staatlicher Zensur handelt, trifft das Verbot auch bei russischen Bürgerrechtlern auf Verständnis: „Ich bin erstmals nicht gegen eine derartige Vorbeugung von Aufregung, denn auch bei uns gibt es Hitzköpfe, die die Situation ausnutzen könnten", so Pawel Tschikow, Leiter der Menschenrechts-Organisation „Agora". 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell. 

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