Zurück zu den Wurzeln

Alexander Babakow: Die Einbeziehung von Landsleuten in Wirtschaftsprojekte im Heimatland ist ein wichsiches Projekt für Russland.Foto: ITAR-TASS.

Alexander Babakow: Die Einbeziehung von Landsleuten in Wirtschaftsprojekte im Heimatland ist ein wichsiches Projekt für Russland.Foto: ITAR-TASS.

Am 1. und 2. Oktober fand in Moskau das Erste Wirtschaftsforum russischer Landsleute statt. Alexander Babakow ist der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten für Fragen der Zusammenarbeit mit Organisationen von Landsleuten im Ausland. Im Interview mit Russland HEUTE sprach er über die russische Diaspora und darüber, wie wichtig deren Know-how für die Wirtschaft Russlands ist.

Russland HEUTE: Der Weltkongress der russischen Landsleute ist mittlerweile zu einer regelmäßigen Plattform des Austausches geworden. Am 1. und 2. Oktober fand außerdem erstmals ein Wirtschaftsforum russischer Landsleute in Moskau statt. Was sind die Ziele dieser Veranstaltung? Und wie schätzen Sie das Potential der Zusammenarbeit zwischen der heimischen Wirtschaft und Unternehmen der russischen Diaspora ein?


Alexander Babakow: Der Weltkongress der russischen Landsleute ist das wichtigste Gremium für die Koordinierung des Kontaktes russischer Landsleute zu den Behörden der Russischen Föderation. Der Kongress tagt deshalb mindestens dreimal jährlich.

Das Wirtschaftsforum wurde meines Wissens von der Moskauer Stadtregierung organisiert, unter anderem vom Department für außenwirtschaftliche und internationale Beziehungen der Stadt. Ziel ist die Förderung von Kontakten zwischen den Wirtschaftskreisen hier in Russland und den Unternehmen im Ausland lebender Russen. Deren Möglichkeiten und Know-how stellen ein großes Potential dar. Es liegt im außenwirtschaftlichen Interesse Russlands, diese Strukturen zu nutzen.

Die Einbeziehung von Landsleuten in Wirtschaftsprojekte in Russland hat sich für uns zu einem wichtigen Standbein entwickelt. Viele unserer früheren Mitbürger sind heute im Ausland wirtschaftlich sehr erfolgreich. Wir sind in Russland daran interessiert, sie in die Entwicklung ihrer ursprünglichen Heimat einzubeziehen.

Im Jahr 2006 wurde ein staatliches Rückwanderungsprogramm zur Förderung der freiwilligen Umsiedlung im Ausland lebender Landsleute aufgelegt. Wie effektiv war dieses Programm? Wie viele Landsleute sind tatsächlich zurückgekehrt?


Seitdem das Programm auf den Weg gebracht wurde, sind über 98 000

Menschen wieder nach Russland gezogen, allein in diesem Jahr waren es an die 36 000. Die Zielgruppen des Rückwanderungsprogramms sehen wir vor allem in Kasachstan, Usbekistan, Moldawien und Armenien. Ein ebenfalls großes Migrationspotential ist in Kirgistan, Tadschikistan und in der Ukraine festzustellen. Aber auch die russische Diaspora in Georgien, Aserbaidschan, Weißrussland und in den Ländern der Europäischen Union (Deutschland, Lettland, Litauen, Estland) sowie in Israel, den USA und Bolivien zeigt Interesse an dem Programm.

Am 14. September unterzeichnete Präsident Putin eine Neufassung des Rückwanderungsprogrammes. Welche Änderungen wurden vorgenommen?


Zunächst einmal ist es nun unbefristet. Das laufende Programm war lediglich bis Ende 2012 angelegt. Auch die Frage des Status der Programmteilnehmer wurde neu geregelt. Diese behalten ihren bescheinigten Status nun maximal drei Jahre. Das Verfahren der Ungültigkeitserklärung einer Bescheinigung ist ebenfalls genau bestimmt. Schließlich ist auch die Liste der Verwandten, die als Familienangehörige eines Programmteilnehmers gelten, klarer definiert.

Insgesamt bietet das Programm in seiner neuen Fassung mehr Möglichkeiten für unsere Landsleute, von ihrem Recht auf eine Rückkehr nach Russland Gebrauch zu machen. Es ist damit effektiver und zielgerichteter geworden.

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