Fallschirmsprung: Österreicher zielt auf Sowjetrekord

Freier Fall: Der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner will den russischen Weltrekord knacken. Foto: Flickr, Paolo Camera.

Freier Fall: Der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner will den russischen Weltrekord knacken. Foto: Flickr, Paolo Camera.

Der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner will aus 36,6 Kilometern Höhe mit dem Fallschirm springen. Er greift damit den Rekord des sowjetischen Testpiloten Jewgeni Andrejew von vor 50 Jahren an.

Baumgartners erste zwei Versuche vom Beginn der Woche mussten wegen widriger Wetterverhältnisse verschoben werden. Auch der für den Donnerstag angesetzte Versuch musste abgesagt werden. Womöglich findet der Sprung erst im nächsten Jahr statt.

Rekord im freien Fall


Geplant ist, dass ein Helium-Ballon ihn in die Stratosphäre bringt. Im freien Fall will er als erster Mensch überhaupt die Schallmauer

durchbrechen und den russischen Weltrekord vom 1. November 1962 knacken. Vor fast genau 50 Jahren waren die Offiziere der Sowjetarmee Jewgeni Andrejew und Pjotr Dolgow aus 25.500 Metern zur Erde gesprungen. Dolgow kam bei der wagehalsigen Aktion ums Leben, Andrejew landete sicher. Erst einen Kilometer über der Erde hatte sich der Fallschirm entfaltet, und genau das ist der Rekord, der bis heute Gültigkeit hat – es war der längste freie Fall in der Geschichte.

Hochdekoriert


Der damalige Höhenrekord hat dagegen nicht mehr Bestand.  Andrejew bekam wenige Tage nach seinem Flug einen Lenin-Orden, einen Goldenen Stern und den Titel „Held der Sowjetunion" verliehen. Später erinnerte er sich, er habe ein wenig manövrieren müssen, um nicht in der Wolga zu landen.

Der gebürtige Nowosibirsker (Jahrgang 1926) absolvierte um die 4.500 komplizierte Fallschirmsprünge, davon acht aus der Stratosphäre und konnte acht Weltrekorde für sich verbuchen. 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell.

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