Gouverneurswahlen: ER-Kandidaten siegen durch die Bank

Klinisch sauber war es am landesweiten Wahltag nur in den Wahllokalen - die Opposition will wieder viele schmutzige Tricks bemerkt haben. Foto: RIA Novosti.

Klinisch sauber war es am landesweiten Wahltag nur in den Wahllokalen - die Opposition will wieder viele schmutzige Tricks bemerkt haben. Foto: RIA Novosti.

In allen fünf Regionen, in denen am Sonntag erstmals wieder Gouverneure bei Wahlen bestimmt wurden, haben die Kandidaten der Kreml-Partei Einiges Russland gewonnen. Auch in Chimki gab es keine Überraschung.

Auf die amitierenden oder bisherigen Regional-Vorsteher der Partei "Einiges Russland" entfielen nach den offiziellen Wahlergebnissen zwischen 65 und 78 Prozent der Stimmen. Wie schon bei allen Wahlen in der letzten Zeit will die Opposition vielerorts Betrugsmanöver bemerkt haben, während die Wahlbehörde wie üblich von einem korrekten Urnengang spricht und allenfalls kleine Schönheitsfehler zugibt.

Amur, Belgorod und Nowgorod: Drei Viertel für den Gouverneur


Das – aufgrund des Zeitunterschieds zu Moskau – erste und dann auch höchste Ergebnis fuhr Oleg Koschemjako, der Gouverneur des Amur-

Gebiets an der chinesischen Grenze ein: Er errang 77 Prozent der Stimmen. Zweiter wurde der Kandidat der Kommunisten mit 10 Prozent. Im Gebiet Belgorod siegte der amtierende Gouverneur Jewgeni Sawtschenko mit 78 Prozent. Auf dem zweiten Platz lag hier eine LDPR-Kandidatin mit 12 Prozent. Im Gebiet Nowgorod fuhr ER-Gouverneur Sergej Mitin 76 Prozent der Stimmen ein. Die Gegenkandidaten von der LDPR und den „Patrioten Russlands" errangen jeweils ca 10,5 Prozent.

Rjasan und Brjansk: Zwei Drittel der Stimmen für ER trotz Bataillen


Im Gebiet Rjasan, wo zumindest zu Beginn der Wahlkampagne eine heftige politische Konkurrenz geherrscht hatte, kam der Kreml-Kandidat Oleg Kowaljow auf 65 Prozent. Als bester der verbliebenen drei Gegenkandidaten kam der Vertreter der Kommunisten auf 22 Prozent.

Ähnlich hoch fiel das amtliche Ergebnis im Gebiet Brjansk aus, wo der gegenwärtige Gouverneur Nikolai Denin eine Woche vor der Wahl zunächst von einem Gericht disqualifiziert und dann von der höheren Instanz doch wieder zugelassen worden war. Der einzige nach diesem Manöver übrig gebliebene Gegenkandidat, der Kommunist Wadim Potomski, konnte ihm dennoch nicht gefährlich werden: Er errang 29,5 Prozent, während Denin mit 67 Prozent gewählt wurde.

Chimki: ER-Bürgermeister gewinnt - Umwelt-Aktivisten auf Platz 2 und 3


Mit einem dem Kreml genehmen Ergebnis endeten auch die von diversen Skandalen und Konflikten überschatteten Bürgermeisterwahlen im Moskauer Vorort Chimki: Der amtierende Stadt-Chef Oleg Schachow gewann mit 47,6 Prozent. Auf den zweiten Platz kam mit 17,6 Prozent die Oppositionsaktivistin und Leiterin der Bürgerinitative „Für den Chimki-Wald" Jewgenija Tschirikowa. Oleg Mitwol, angetreten für die „Allainz der Grünen – Volkspartei" kam auf 14,4 Prozent. Tschirikowa sprach von „Unmengen von Wahlverstößen".

Diametrale Einschätzungen über korrekten Ablauf


Auch aus vielen anderen Regionen, wo gestern gewählt wurde, berichteten Wahlbeobachter und Journalisten von Manipulationen oder Regelabweichungen mit den Wählerlisten oder den schon berühmt-berüchtigten „Karussells". Dabei werden als Stimmvieh engagierte Personen mit Bussen von einem Wahllokal zum anderen gefahren werden, um mit Billigung des dortigen Personals mehrfach abzustimmen.

Die Wahlkommission will hingegen landesweit nur einige Dutzend Verstöße registriert haben. Und die Kreml-Partei "Einiges Russland" spricht von einem alles in allem korrekten Wahlgang - und freut sich über ihre Siege in ausnahmslos allen Wahlen landesweit.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell.

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