Ermittler werfen Udalzow Anstiftung zum Aufstand vor

Der linke Oppositionelle Sergej Udalzow wird nach einer Hausdurchsuchung verhört. Er steht unter Verdacht, Massenunruhen geplant zu haben. Als Material für die Klage dient den Ermittlern ein zweifelhafter TV-Film.

Im Staatssender NTV war Anfang Oktober die Doku „Anatomie des Protests-2" gelaufen, in der es um die Hintergründe der Oppositionsbewegung gegen den Kreml geht. Udalzow, Führer der „Linken Front" und einer der radikalsten russischen Oppositionellen, wird dort bei angeblichen Verhandlungen mit der georgischen Führung gezeigt, um in Russland einen Massenaufstand auszulösen.

Bei seiner heutigen vorübergehenden Festnahme erklärte Udalzow: „Das ist Willkür und eine Provokation; ich hoffe, die Gesellschaft wird nicht

schweigen und darauf reagieren." Weiter spricht er von „neuen Repressionen und Rache seitens der Staatsmacht". Bei der Hausdurchsuchung sei nicht viel konfisziert worden, sagt Udalzows Ehefrau. Bei seinem Assistenten Konstantin Lebedew, der ebenfalls unter Verdacht steht, sollen Patronen gefunden worden sein. Er habe aber einen Schein für ein Jagdgewehr, sagte ein Informant gegenüber Interfax.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörde laufen gegen Udalzow und seine Mitstreiter auch Untersuchungen wegen Verdachts auf die Vorbereitung eines Terroranschlags.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell.

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