Natalja Kasperskaja kauft deutsches Antivirus-Unternehmen

Der Einstieg von Natalja Kasperskajas Firmegruppe InfoWatch in den europäischen Markt soll für beide Seiten profitabel werden: InfoWatch sichert sich den Zugang zu Europa und G Data den zu Russland. Foto:

Der Einstieg von Natalja Kasperskajas Firmegruppe InfoWatch in den europäischen Markt soll für beide Seiten profitabel werden: InfoWatch sichert sich den Zugang zu Europa und G Data den zu Russland. Foto:

Kasperskajas Firmengruppe InfoWatch erwarb durch den Ankauf von 16,3 % der Aktien eine Beteiligung am deutschen Antivirus-Spezialisten G Data. Es wird damit gerechnet, dass Natalja Kasperskaja, die Ex-Frau des Kaspersky Lab-Gründers Jewgenij Kasperski, in den Vorstand des Unternehmens gewählt wird. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen bewahrt.

Die 1985 gegründete Firma G Data ist bekannt für ihre Antivirus-Produkte für Privatnutzer. Natalja Kasperskaja kommentierte ihren Kauf mit den Worten: „Ich beobachte die Tätigkeit dieses Unternehmens bereits seit vielen Jahren und ich glaube, es hat eine größere internationale Aufmerksamkeit verdient, da es eine hervorragende Softwarelösung anbietet. Innerhalb von wenigen Jahren hat G Data einen deutlichen technologischen Sprung gemacht. Ich war beeindruckt von den vielen internationalen Auszeichnungen, die G Data mit seinen Softwarelösungen erhalten hat."

Der Vorschlag, einen Anteil an G Data zu erwerben, wurde Kasperskaja von G Data-Mitgründer Kai Figge herangetragen. Die beiden kennen sich schon seit 1996 - zu dieser Zeit war Kasperskaya Generaldirektorin von Kaspersky Lab, das sie gemeinsam mit ihrem Ex-Ehemann Jewgeni gegründet hatte. Die beiden Unternehmen vereinbarten damals eine technologische Zusammenarbeit, die bis zum heutigen Tage andauert.

 „Ich kenne Natalja Kasperskaya seit 1996", so Kai Frigge, „abgesehen davon, dass sie eine herausragende Persönlichkeit ist, steht sie für

einen einmaligen Geschäftserfolg. Ich freue mich, mit Natalja einen zuverlässigen, erfahrenen und klugen Partner für mein Unternehmen gefunden zu haben. Davon kann man eigentlich nur träumen!" Der Einstieg von InfoWatch in den europäischen Markt soll für beide Seiten profitabel werden: InfoWatch sichert sich den Zugang zu Europa und G Data den zu Russland. Doch der russische Markt für Antivirus-Programme ist heiß umkämpft. Laut Angaben des Analyseportals Antimalware.ru stammt mehr als die Hälfte der Programme in Russland aus dem Hause Kaspersky Lab, das in den letzten beiden Jahren seinen Anteil spürbar steigern konnte. Natalja Kasperskaja begibt sich also in unmittelbare Konkurrenz zu ihrem früheren Ehemann.

Auf Shopping-Tour in Europa


Es ist nicht das erste Mal, dass InfoWatch sich in eine deutsche Firma einkauft. Im Rahmen einer Geschäftsdiversifikation wurde 2011 die cynapspro GmbH erworben, die Produkte auf dem Gebiet der Endpoint protection (Schutz von Endgeräten in Firmennetzen) entwickelt und die später in die EgoSecure umgewandelt wurde. Außerdem wurden im gleichen Zeitraum Investitionen in ein Startup zur Entwicklung von Softwarelösungen für die Kontrolle von Anwendungsprogrammen getätigt. Kasperskaja bemerkte hierzu, dass „die weitsichtigsten Hersteller von Sicherheitslösungen versuchen, ihr Portfolio zu erweitern".

Zu dieser Kategorie gehört auch noch eine andere Firma: Die Appercut Security, die Rustem Chajretdinow, dem Stellvertreter Natalja Kasperskajas bei InfoWatch, abgekauft wurde. Das Unternehmen beschäftigt sich seit 2010 mit der Quellcode-Analyse von Anwendersoftware zur Verringerung der Anfälligkeit vor äußeren Angriffen. Bis zu seinem Verkauf hatte es zehn Pilotprojekte realisiert und stellt seine Online-Ressourcen einer Reihe von Kunden in den USA und Kanada zur Verfügung.

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