Trotz „Neu-Moskau“: Die Regierung bleibt im Kreml

Statt die Regierungsbehörden aufs Land auszulagern, könnten sie in einem eigens dafür erbauten Viertel direkt neben dem Moskauer Kreml konzentriert werden. Entsprechende Pläne sind in Arbeit. Dies meldet am Donnerstag Interfax unter Berufung auf den Leiter der Präsidialverwaltung, Wladimir Koschin. Eine Konzentration aller wichtigsten Regierungsbehörden an einer Stelle könnte „den innerbehördlichen Verkehr in Moskau minimisieren", so Koschin.

Außerdem hätten dann alle Ministerien eine einheitliche Adresse. Präsident Wladimir Putin habe angeordnet, noch einmal alle Fragen bezüglich des Umzugs der föderalen Ämter nach „Neu-Moskau" zu

behandeln. Gemeint ist die Verlegung in die im letzten Jahr neu eingemeindeten Gebiete. Damit soll der Verkehr in der ständig unter Staus leidenden russischen Hauptstadt entlastet werden. Man werde auch weiter über die Errichtung eines Parlamentszentrums (für die Staatsduma und den Föderationsrat) nachdenken. Dmitri Medwedjew hatte in seiner Eigenschaft als Präsident im April 2012 angeordnet, Pläne für den Umzug aus der Innenstadt auszuarbeiten. Im September hatte es dann aber geheißen, eventuell würden die Staatsorgane doch im Stadtzentrum bleiben und die Errichtung einer „Beamtenstadt" jenseits der Moskauer Stadtautobahn MKAD würde zu den Akten gelegt werden.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell.

Alle Rechte vorbehalten. Rossijskaja Gaseta, Moskau, Russland