Nach Havarie an Gaspipeline Iran-Türkei - Gazprom springt mit erhöhten Lieferungen ein

Der russische Energiekonzern Gazprom hat nach der Einstellung der Erdgaslieferungen aus dem Iran in die Türkei infolge einer Explosion an einer Pipeline seinen Lieferumfang an die Türkei durch die Pipeline Blue Stream bis zu den maximal möglichen 48 Millionen Kubikmeter pro Tag gesteigert.

Vorerst ist nicht klar, wie viel Zeit erforderlich sein wird, um die Folgen der Explosion zu beseitigen. Gazprom war auch früher stets bereit, bei

ähnlichen Vorkommnissen und bei Möglichkeit, der Türkei unter die Arme zu greifen. So war am 28. Juni eine Gaspipeline im Osten der Türkei explodiert, die iranischen Lieferungen fielen damals auch aus. In den Medien wurden mit Verweis auf die türkischen Behörden Spekulationen verbreitet, dass es sich um einen militärischen Angriff gehandelt haben könnte. Wie Gazprom-Chef Alexej Miller damals mitgeteilt hatte, hatte der Konzern auf eine entsprechende Bitte der türkischen Behörden hin seine Lieferungen um 16 Millionen Kubikmeter täglich erhöht.

Erdgaslieferungen nach Türkei

Die russisch-türkische Zusammenarbeit im Gasbereich hatte 1984 begonnen, nachdem zwischen der türkischen Regierung und der Sowjetunion ein Abkommen über Erdgaslieferungen geschlossen worden war. Die Erdgaslieferungen in die Türkei erfolgen auf zwei Routen - durch die Transbalkanische Gasleitung (der westliche Korridor, der durch die Ukraine, Moldawien, Rumänien und Bulgarien verläuft) und durch die Blue-Stream-Pipeline. 

Die Türkei ist nach Deutschland der zweitgrößte Importeur von russischem Erdgas. Laut der ursprünglichen Prognose sollte der Umfang der russischen Erdgaslieferungen 2012 für die Türkei insgesamt 27,5 Milliarden Kubikmeter betragen.

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