Ex-Finanzminister Kudrin sieht keine Chancen für Verbleib Griechenlands in Eurozone

Griechenland hat nach Expertenansicht so gut wie keine Chancen für den Verbleib in der Eurozone. "Zugleich ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausstiegs Spaniens und Italiens aus der Eurozone sehr groß", sagte Russlands Ex-Finanzminister Alexej Kudrin am Dienstag in einem Interview für das Magazin "Wall Street Journal". "Es sollten alle nur mögliche Schritte getan werden, um das abzuwenden. Aber im Moment sehe ich nicht, dass der Prozess kontrollierbar ist."

Dabei äußerte Kudrin die Befürchtung, dass sich ökonomische Probleme Europas in politische umwandeln könnten. "Demokratien überleben nicht

immer, wenn heimische Bürger um Opfer gebeten werden, wie sie jetzt in Europa unabdingbar geworden sind... Bürger westlicher Länder sind nicht auf ein Sinken ihres Lebensstandards gefasst. Aber wenn die Regierungen die Ausgaben nicht weiter kürzen, könnte die Situation noch schlimmer werden." Russland habe das bereits in den 1990er Jahren erlebt. "Aber dank Präsident Boris Jelzin konnten wir diese Periode friedlich durchmachen. Ich bin nicht sicher, dass westliche Länder dies ebenfalls werden tun können: Der Prozess kann überaus schmerzhaft werden", - erklärte Kudrin.  Beschlüsse der EZB zu ökonomischer Stützung würden nur einen zeitweiligen Effekt haben, weil die Reserven der Bank nicht unbegrenzt seien, so der Ex-Finanzminister.  

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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