Putin verzichtet 2012 auf Tele-Dialog mit dem Volk

Zum ersten Mal seit zehn Jahren wird Wladimir Putin in diesem Jahr nicht seine traditionelle Live-Fragestunde für Bürger im Fernsehen abhalten. Es soll ein „anderes Format" geben, heißt es im Kreml.

Wie die Zeitung „Kommersant" heute berichtet, werde für Ende November eine große Pressekonferenz mit Wladimir Putin geplant. Noch offen sei auch

noch das Datum der jährlichen „Präsidenten-Botschaft" an die beiden Parlamentskammern, sagte Putins Pressesprecher Dmitri Peskow. Dieser üblicherweise für programmatische Ankündigungen genutzte Auftritt des jeweiligen Kreml-Chefs können laut Peskow „nichts Vorläufiges sein, er sollte sehr ernsthafte strategische Orientierungspunkte enthalten". Der Petersburger Politologe Michail Winogradow mutmaßt, dass die Putin-Rede zur Lage der Nation aufgeschoben wird, weil der Kreml erst noch eine eindeutige Position zu den angekündigten oder gestarteten Reform-Initiativen von Vorgänger Dmitri Medwedjew ausarbeiten müsse.

Im letzten Jahr waren beide großen Auftritte im Abstand von einer Woche erst Mitte Dezember erfolgt: Erst hielt Putin seinen mehrstündigen Fernseh-Marathon ab, dann folgte Medwedjew mit seiner Rede im Kreml. Zu dieser Zeit erlebte die Protestwelle gegen Wahlfälschungen bei der Duma-Wahl ihren Höhepunkt.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell.

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