Gericht verkürzt die Haftzeit von Yukos-Vize Lebedew

Ein Bezirksgericht in Archangelsk hat das Strafmaß gegen den ehemaligen Yukos-Vize Platon Lebedew auf zehn Jahre Freiheitsstrafe gesenkt. Damit kommt Lebedew im kommenden Sommer frei.

Das Bezirksgericht Welsk im Gebiet Archangelsk, wo Platon Lebedew derzeit seine Haftstrafe absitzt, hat dem Ex-Milliardär drei Jahre

Gefängnis erlassen. Grund für die Entscheidung ist eine Justizreform, die noch unter Präsident Dmitri Medwedjew durchgesetzt wurde und geringere Haftstrafen für Wirtschaftsverbrechen vorsieht. Das gleiche Gericht hatte bereits im August eine Senkung des Strafmaßes auf neun Jahre und acht Monate für den Stellvertreter von Michail Chodorkowski veranlasst. Das Urteil wurde allerdings auf Einspruch der Staatsanwaltschaft vor höherer Instanz verworfen und der Fall an das Gericht zurückverwiesen.

Im zweiten Verfahren hatte die Staatsanwaltschaft eine Senkung der Haftstrafe auf elf Jahre und drei Monate gefordert. Noch ist nicht bekannt, ob die Behörde erneut Berufung einlegen wird.

Platon Lebedew und Michail Chodorkowski sitzen seit 2003 in Haft. In einem ersten Prozess wurden sie wegen Steuerhinterziehung und Betrug zu acht Jahren Haft verurteilt. Später wurde das Urteil in einem zweiten Prozess wegen Öldiebstahls auf insgesamt 13 Jahre angehoben.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell. 

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