Putin setzt Verteidigungsminister Serdjukow ab

Der Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag Verteidigungsminister Anatolij Serdjukow (rechts) entlassen. Zu seinem Nachfolger wurde Ex-Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu (links) bestimmt. Foto: RIA Novosti.

Der Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag Verteidigungsminister Anatolij Serdjukow (rechts) entlassen. Zu seinem Nachfolger wurde Ex-Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu (links) bestimmt. Foto: RIA Novosti.

Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow per Erlass abgesetzt. Zum neuen Chef des Verteidigungsamtes wurde der bisherige Gouverneur des Moskauer Gebiets und frühere Zivilschutzminister Sergej Schoigu ernannt.

Die Entlassung des russischen Verteidigungsministers Anatoli Serdjukow soll laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Unvoreingenommenheit bei den laufenden Ermittlungen zur Tätigkeit des Verteidigungsamts sichern. „In der jetzigen Situation um das Verteidigungsministerium habe ich beschlossen, Verteidigungsminister Serdjukow von seinen Pflichten zu entbinden, um Bedingungen für unparteiische Ermittlungen in allen Fragen zu schaffen", so Putin am Dienstag in Moskau bei einem Treffen mit Sergej Schoigu, der das Amt des Verteidigungsministers übernommen hat.

Der Präsident räumte zugleich ein, dass „in den letzten Jahren für die Entwicklung der Streitkräfte und die Lösung sozialer Fragen, darunter des Wohnungsproblems, vieles getan wurde". Laut Putin muss der neue Verteidigungsminister „den positiven Trend für eine dynamische Entwicklung der Streitkräfte fortsetzen sowie die Erfüllung des Staatsauftrages und der erstellten grandiosen Pläne zur Umrüstung der Armee sichern".

Für den neuen Verteidigungsminister Sergej Schoigu, der das zurückliegende Halbjahr das Amt des Gouverneurs des Moskauer

Umlands bekleidet hatte, ist der Vorschlag, das Verteidigungsamt zu leiten, „überraschend" gekommen. Er dankte Präsident Wladimir Putin für dieses Angebot und für das auf diese Weise bekundete Vertrauen. „Ich werde mich bemühen, alles in meinen Kräften Stehende zu tun", versicherte er. Schoigu versprach, die eingeleitete Modernisierung der Streitkräfte fortzusetzen und sich dabei auf das vorhandene Potential des Verteidigungsministeriums zu stützen. „Das intellektuelle und das Kaderpotential des Ministeriums muss umfassend genutzt werden", stimmte Putin dem neuen Verteidigungsamtschef zu und betonte, dass das Verteidigungsministerium „eines der wichtigsten Ämter" sei. 

Schoigu war seit dem Mai dieses Jahres als Gouverneur des Gebiets Moskau tätig. Zuvor hatte er 18 Jahre lang das Zivilschutzministerium geleitet. Im Unterschied zu seinem zivilen Vorgänger im Amt des Verteidigungsministers hat Schoigu den Rang eines Armeegenerals.

Wie aus der Zentralen Wahlleitung Russlands verlautete, wird der Nachfolger von Schoigu im September 2013 gewählt. Bis dahin wird er von einem kommissarischen Gouverneur des Moskauer Gebiets ersetzt.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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