Amokläufer veröffentlichte Hass-Manifest im Internet

Der Täter beim Amoklauf in einer Moskauer Pharmafirma hat vor dem Blutbad ein Manifest im Internet veröffentlicht.  Darin gestand er, die gesamte Menschheit zu hassen.

Russische Ermittler vergleichen die Tat des 29 Jahre alte Juristen Dmitri Winogradow bereits mit dem letztjährigen Amoklauf in Norwegen – auch wenn die Ausmaße nicht analog seien. Anders Breivik veröffentlichte war ein 1.500 Seiten starkes ideologisches Konvolut und tötete 77 junge Menschen, während sich der Moskauer Amokläufer um 5 Uhr morgens auf einen Eintrag auf seiner Seite beim sozialen Netzwerk vkontakte.ru begnügte – und dann fünf Kollegen erschoss.


Er erklärte darin seinen Hass „gegen die Menschheit als Art" und die „Sinnlosigkeit des menschlichen Lebens". Die einzige Rechtfertigung für seine eigene, ihm abscheuliche Existenz sei, „so viel wie möglich Einzelteile des humanen Komposts zu vernichten".

Entgegen erster Meldungen ist die ehemalige Freundin des Täters nicht unter den Opfern des Schützen. Allerdings wählte er bewusst ihre Kollegen als Ziel, da diese die junge Frau darin bestärkt hätten, die Beziehung abzubrechen, soll der gefasste Täter im Verhör gesagt haben.


Bekannte beschreiben den Amokläufer als Waffennarr. Er neigte auch zu aggressiven Ausbrüchen. Sein Arbeitgeber, der Winogradow seit 2008

beschäftigte, beschrieb ihn hingegen als introvertierten, aber korrekten und fleißigen Mitarbeiter. Seinen Amoklauf trat er in Tarnkleidung und mit zwei Jagdgewehren an, die ihm offenbar legal gehörten. Wie inzwischen bekannt wurde, überwältigte angeblich einer der unter Feuer genommenen Angestellten den Täter, als die Waffen kurz Ladehemmung hatten. In diesem Moment seien auch Wachleute der Pharma-Firma zu Hilfe gekommen. Sie fesselten den Täter mit Klebeband bis zum Eintreffen der Polizei.

Möglicherweise handelt es sich bei dem Helden um einen 29 Jahre alten Mann, der mit mehreren schweren Schussverletzungen in eine Moskauer Klinik eingeliefert wurde und heute stundenlang operiert wurde.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell.

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