Lawrow: Vertreter syrischer Opposition bald zu Besuch in Moskau

Vertreter des Nationalen Koordinationskomitees, einer großen syrischen oppositionellen Fraktion, werden laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow bald nach Moskau kommen. „Ich glaube, dass die Bemühungen der ausländischen Sponsoren der Opposition, diese zu vereinigen, fortgesetzt werden und noch etwas Zeit in Anspruch nehmen", sagte Lawrow in einem Interview für die Zeitung „Moskowskije Nowosti".

„Wir versuchen, diesen Prozess zu beeinflussen. Wir nehmen zwar nicht an all diesen Aktionen (anm. Red.: darunter an den derzeit laufenden

Oppositionsberatungen in Doha) teil, aber wir treffen uns mit deren Teilnehmern individuell. So zum Beispiel sollen Vertreter des Nationalen Koordinationskomitees bald erneut nach Russland kommen", hieß es. Lawrow verwies unter anderem auf sein gestriges Treffen mit Rijad Hidschab, dem syrischen Ex-Premier und einem der angesehensten Vertreter der syrischen Opposition. „Wir versuchen, sie (die Oppositionskräfte) auf einen Dialog mit der Regierung einzustellen", so der Minister.

Bereits lange vor Ausbruch der Syrien-Krise hatte Russland Kontakte zu den meisten syrischen Oppositionellen unterhalten, die derzeit an der Spitze von Gruppen der Assad-Gegner stehen, führte Lawrow weiter aus. „Wir arbeiten nicht gegen die regierenden Behörden - wo immer es auch sein mag. Das ist ein Prinzip der zwischenstaatlichen Beziehungen und wir halten daran fest. Wir unterhalten jedoch Kontakte zu namhaften Politikern, die in den meisten Ländern nicht den Regierungskreisen angehören", so Lawrow.

Nach dem Ausbruch der Unruhen in Syrien seien in der politischen Arena Oppositionelle erschienen, führte Lawrow weiter aus. „Fast mit allen von ihnen waren wir bereits bekannt. Es kostete überhaupt keine Mühe, Kontakte zu ihnen herzustellen".

Als Beispiel führte Lawrow den syrischen Vizepremier für Wirtschaftsfragen Kadri Dschamil an, der „seit einigen dutzend Jahren" in Moskau bekannt ist. „Das Gleiche können wir auch über den Chef des Nationalen Koordinationsrates sagen", fügte Lawrow an.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.


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