Attraktiv für Investoren: Die Sonderwirtschaftszone Titanowaja Dolina

 Das Interesse deutscher Unternehmen am Projekt Titanowaja Dolina ist sehr hoch, meint der stellvertretende Regierungspräsident des Gebietes Swerdlowsk Alexej Orlow. Foto: ITAR-TASS.

Das Interesse deutscher Unternehmen am Projekt Titanowaja Dolina ist sehr hoch, meint der stellvertretende Regierungspräsident des Gebietes Swerdlowsk Alexej Orlow. Foto: ITAR-TASS.

Moskau ist nicht ganz Russland. Auch andere Gebiete bieten Investoren aus dem Ausland attraktive Möglichkeiten. Ende Oktober 2012 veranstaltete die Regierung des Gebietes Swerdlowsk in den deutschen Städten Düsseldorf und Frankfurt am Main eine Präsentation der Sonderwirtschaftszone Titanowaja Dolina.

Die Freie oder auch Sonderwirtschaftszone (SWZ) Titanowaja Dolina liegt in einem der am weitesten entwickelten Gebieten der Russischen Föderation östlich von Moskau – im Gebiet Swerdlowsk. Titanowaja Dolina ist ein Gebiet mit besonderem Status und bietet günstige wirtschaftliche Bedingungen für ausländische wie einheimische Unternehmer.

Bei der Eröffnung der Präsentation erläuterte der stellvertretende Regierungspräsident des Gebietes Swerdlowsk Alexej Orlow, dass das Gebiet zu einer der stärksten Industrieregionen des Landes zählt. In diesem Jahr nahm das 180 Kilometer östlich von Jekaterinburg gelegene Gebiet Swerdlowsk in der Forbes-Rangliste den zweiten Platz unter den für Unternehmen geeignetsten russischen Regionen ein. Die gesamte notwendige Infrastruktur ist vorhanden: moderne Businesscenter, Hotels, Ausstellungskomplexe, günstige Geschäftsbedingungen und eine hohe Businessaktivität. In der Region ist der deutsche Konzern Siemens sehr aktiv – er realisiert dort ein Projekt zur Fertigung von Elektroloks. Der Weltführer auf dem Gebiet des Gasanlagenengineerings, das deutsche Unternehmen Linde Gas, eröffnete in diesem Gebiet eine neue Gasanlage.


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Orlow erinnerte auch daran, dass 2012/13 das Russlandjahr in Deutschland und das Deutschlandjahr in Russland veranstaltet wird. Die Stadt Jekaterinburg gehört zu den fünf russischen Städten, die 2013 im Rahmen des Deutschlandjahres in Russland Großveranstaltungen durchführen, was zweifelsohne die Geschäftsaktivität in der Region erhöht. Unter anderem ist in dem Gebiet eine aktive Bautätigkeit zu verzeichnen.

Weltweit größte Titanproduktionsstätte


In der Sonderwirtschaftszone befindet sich auch das Werk der VSMPO-AVISMA, der Werchnesaldaer Metallurgische Produktionsvereinigung. Der Konzern stellt Halbfabrikate aus Titanlegierungen für die Luft- und

Raumfahrtindustrie her und ist Lieferant von Boeing, Airbus, Rolls Royce, Goodrich, Embraer und General Electrics. Er produziert 90 % des russischen und ungefähr 20 % des weitweiten Titans. Neben der Verarbeitung von Erzeugnissen aus Titan gehören der Maschinenbau und die Baustoffindustrie zu den wichtigsten Industriezweigen der SWZ. Die Gesamtfläche der Sonderwirtschaftszone beträgt 584,4 Hektar. Der Vorteil der SWZ Titanowaja Dolina besteht vor allem in der Unterstützung durch die regionalen Behörden. Der föderale Status des Projektes schützt die Sonderwirtschaftszone vor negativen Veränderungen der russischen Gesetzgebung.

Nach WTO-Beitritt: Vergünstigungen bleiben erhalten


Das hat nunmehr, da Russland der WTO beigetreten ist und innerhalb der nächsten anderthalb Jahre alle finanziellen Vergünstigungen für solche Sonderwirtschaftszonen einstellen muss, eine besonders große

Bedeutung. Laut Artemij Kryslasows bleiben jedoch über die gesamte Laufzeit der SWZ Titanowaja Dolina die Vergünstigungen für diejenigen, die bereits in der Zone ansässig sind oder sich in den kommenden anderthalb Jahren noch ansiedeln werden, erhalten. Zu diesen Vergünstigungen gehören: Steuervorteile und Vorzugszölle (die Unternehmen sind von der Zahlung von Zöllen befreit), ein verringerter Gewinnsteuersatz, Sondertarife für Grundstückspacht und -kauf, Anschluss an die Infrastrukturnetze zu Preisen, die um 15 bis 20 % unter den marktüblichen liegen.

Zu den sonstigen Vorteilen gehören: das „Alles-aus-einer-Hand-Prinzip", d.h. eine zentrale Anlaufstelle, die den ansässigen Unternehmen eine Menge Papierkram ersparen und sie bereits nach drei Monaten eine Baugenehmigung erhalten lassen, wobei die SWZ sich um die Erfassung aller notwendigen Ausgangsunterlagen kümmert. Man kümmert sich ebenfalls um die Auswahl und die Ausbildung des Personals für die Investoren und stellt vorbereitete und mit der gesamten benötigten Infrastruktur (Haustechnik, Transport, Geschäfts- und soziale Infrastruktur) ausgestattete Grundstücke für die Bautätigkeit zur Verfügung.

Die Lage der SWZ an der Grenze zu Asien verschafft zusätzliche logistische Vorteile für die sich ansiedelnden Unternehmen: bis zu den Ländern Mittelasiens – Kasachstan und Usbekistan – sind es lediglich 500 km.

Zusammenfassend erklärte der stellvertretende Regierungspräsident des Gebietes Swerdlowsk Alexej Orlow: „Das Interesse deutscher Unternehmen am Gebiet Swerdlowsk und am Projekt Titanowaja Dolina ist ohne Zweifel sehr hoch. Wobei ich bemerken möchte, dass ein besonders hohes Interesse an der Zusammenarbeit mit Russland vonseiten der klein- und mittelständigen Unternehmen gezeigt wird.

Natürlich gibt es einiges, was die Kollegen aus Deutschland anbieten können, besonders auf dem Gebiet neuer Technologien. Die deutschen Partner sind uns diesbezüglich einen Schritt voraus, und es gibt einiges, an dem wir gemeinsam arbeiten und voneinander lernen können. Russland hat, wie jedes andere Land auch, seine Vor- und Nachteile, aber die Gewinnspanne ist wesentlich höher und bei uns läuft alles nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ich denke, dass im nächsten Jahr eine ganze Reihe Verträge über die Aufnahme von Produktionen in Russland unterzeichnet werden, weil dafür das ausreichende Stabilitätsniveau erreicht worden ist und in vielen Industriezweigen die Reformierungsmechanismen initiiert worden sind. Deutsche und japanische Unternehmen erkennen, dass sie diesen Markt verlieren werden, wenn sie jetzt nicht einsteigen."

Und er fährt fort: „Doch das wichtigste Resultat dieser Maßnahmen ist die Erkenntnis, dass Moskau eben nicht das ganze Russland ist und man Geschäfte ebenso gut in der Provinz tätigen kann, zu der auch das Gebiet Swerdlowsk zählt. Und wir sind unsererseits daran interessiert, den sich hier ansiedelnden Unternehmen die bestmöglichen Bedingungen für die Arbeit in dieser Sonderwirtschaftszone im Ural zu bieten."

Der Generaldirektor der SWZ Titanowaja Dolina, Artemij Kryslasow, fügt dem hinzu: „Nach den Erzeugnissen deutscher Unternehmen besteht eine große und anhaltende Nachfrage und das gestattet es, ein langfristiges Engagement in Russland zu planen."

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