Metallurgen rechnen mit Aufträgen aus China

Die weltweite Nachfrage nach Metallen sinkt. Die Metallurgen behaupten jedoch, dass es keinen Anlass zur Beunruhigung gibt. Foto: ITAR-TASS.

Die weltweite Nachfrage nach Metallen sinkt. Die Metallurgen behaupten jedoch, dass es keinen Anlass zur Beunruhigung gibt. Foto: ITAR-TASS.

Die Nickelproduktion ist ein bedeutender Faktor für Russlands Wirtschaft. Ein weltweiter Nachfragerückgang sorgt deshalb für Unruhe. Allerdings sind die langfristigen Prognosen gut.

 Die sinkende Nachfrage nach Metallen ist nur eine vorübergehende Erscheinung. Zu diesem Schluss ist der Großteil der Marktteilnehmer laut einer Auswertung der London Metal Exchange (LME) Week gekommen.

Für Rohstoffinvestoren kam die Meldung nicht unerwartet. Mehr jedoch interessierte die Marktteilnehmer, ob die sinkende Nachfrage nach

Metallen einem allgemeinen Rückgang der Industrieproduktion vorausgehen wird oder sie lediglich eine vorübergehende Erscheinung aufgrund saisonaler und spekulativer Faktoren ist. Die Metallurgen behaupten, dass es keinen Anlass zur Beunruhigung gäbe. „Von einem Verbrauchsrückgang zu sprechen, ist gegenwärtig noch verfrüht, obwohl ein Rückgang des Nachfragewachstums für Metalle zu beobachten ist", erklärt Anton Berlin, stellvertretender Generaldirektor von Normetimpex, einer Tochtergesellschaft des Konzerns Norilsk Nickel. „Unseren Prognosen zufolge wird der Verbrauch von Primärnickel 2012 um drei Prozent, der von raffiniertem Kupfer um zwei Prozent im Vergleich zu 2011 ansteigen. Gleichzeitig ist auf beiden Märkten eine gewisse Abkühlung des Verbrauchswachstums zu verzeichnen", sagt der Experte.

Das Tempo des Nachfragewachstums für Metalle sinke seit Frühjahr dieses Jahres, die letzten Monate des Jahres 2012 versprächen jedoch für die Rohstofflieferanten erfolgreich zu werden, ist sich der Generaldirektor der London Metal Exchange, Martin Ebbot, sicher. „Man kann davon ausgehen, dass die Kennzahlen für das laufende Jahr gut aussehen werden. Das letzte Quartal ist traditionsgemäß das dynamischste." 

Die wichtigsten Marktakteure trafen sich zwar in London, aber im Fokus stand der Osten. Zu den Hauptabnehmern von Metallen und mithin der

treibenden Kraft für den Nachfrageanstieg werden sich China und Indien entwickeln. „Langfristig erwarten wir einen Verbrauchsanstieg für Nickel aufgrund des Produktionsanstiegs von Edelstahlen in China und Indien sowie des Verbrauchsanstiegs nickelhaltiger Legierungen in der Luft- und Raumfahrt, dem Energiewesen und der Automobilindustrie", sagt Berlin. Auch der weltweite Kupferverbrauch werde langfristig steigen, vor allem aufgrund der gestiegenen Industrie- und Bedarfsgüterproduktion in China. Mit dieser Einschätzung stimmen auch die internationalen Analysten überein. Nach Angaben des Forschungsinstituts CRU wird bis zum Jahr 2015 allein der Anteil Chinas 45 Prozent des Kupferverbrauchs ausmachen. 

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