Anklage gegen Kreml-Gegner Raswosschajew: Raubüberfall vor 15 Jahren

Der Oppositionsaktivist Leonid Raswosschajew, gegen den die russischen Behörden wegen Planung von Massenunruhen ermitteln, ist des Raubes angeklagt worden. Der 39-Jährige soll vor 15 Jahren einem Unternehmer bei einem Raubüberfall 500 Pelzmützen und eine Videokamera entwendet haben.

Der Raub sei 1997 in Angarsk (Sibirien) begangen worden, teilte Wladimir Markin, Sprecher des russischen Ermittlungskomitees, am Mittwoch mit. Nach Angaben der Ermittler hatte Raswosschajew mit Mittätern im Dezember 1997 einen Rauchwarenhändler beraubt. Die mit einem Jagdgewehr und zwei Pistolen bewaffneten Täter waren in die Wohnung des Unternehmers eingebrochen, hatten diesen mit Klebeband gefesselt und 500 Pelzmützen und eine Videokamera gestohlen.

Laut Markin war Raswosschajew bereits 1997 vom Opfer als einer der Täter identifiziert worden. Anlass für die neuen Ermittlungen sei die Beschwerde der Ehefrau des betroffenen Unternehmers gewesen, dass die Schuldigen bislang nicht zur Verantwortung gezogen worden seien.

Raswosschajew, der sich jetzt in einem Moskauer Untersuchungsgefängnis befindet, wird zudem verdächtigt,

„Vorbereitungen zur Organisation von Massenunruhen" eingeleitet zu haben. Die Ermittlungen gegen ihn waren nach der Ausstrahlung der Dokumentation „Anatomie des Protestes-2" im russischen Fernsehsehen eingeleitet worden. Die Autoren des Streifens behaupten, dass die Oppositionellen mithilfe von ausländischen Geldern einen Umsturz in Russland geplant hätten. Laut Medien war Raswosschajew im Oktober in Kiew von Unbekannten entführt und nach Moskau verschleppt worden. In der ukrainischen Hauptstadt habe er beim Amt des UN-Flüchtlingskommissars einen Antrag auf politisches Asyl stellen wollen.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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