Russlands schwarze Liste im Internet sorgt für Ärger

Das Gesetz über die schwarzen Listen im Internet hatte schon im Vorfeld zu erregten Diskussionen geführt. Betreiber wie Wikipedia hatten sogar dagegen gestreikt. Foto: Getty Images/Fotobank.

Das Gesetz über die schwarzen Listen im Internet hatte schon im Vorfeld zu erregten Diskussionen geführt. Betreiber wie Wikipedia hatten sogar dagegen gestreikt. Foto: Getty Images/Fotobank.

Erst Google, dann YouTube. Innerhalb kurzer Zeit sind die IP-Adressen von zwei bekannten Internet-Ressourcen auf dem Index der russischen Zensurbehörde gelandet - ein technischer Fehler, wie die Internethüter nach Protesten einräumen.

Im Juni hatte die russische Duma die Einführung der schwarzen Liste für Internetseiten, die jugendgefährend sind, beschlossen. Das Gesetz ist zum 1. November in Kraft getreten. Seitdem wird von der Telekom-Aufsichtsbehörde RosKomNadsor ein Register geführt, auf dem Seiten mit verbotenen Inhalten landen. Diese werden dann operativ gesperrt.

Auf der offiziellen Webseite der Behörde können jetzt von jedermann Webadressen geprüft werden, ob sie auf der Sperrliste stehen. Außerdem können Besucher dort die Behörde auf verbotene Web-Inhalte hinweisen.

Versehentlich auf dem Index

Doch immer wieder landen auch eigentlich jugendfreie Seiten auf dem Index. Erst traf es die Webseite „Lurkomorje" – eine jugendlich-humorige Enzyklopädie nach Wikipedia-Art „zur Gegenwartskultur". Anfang der Woche traf es dann sogar die Suchmaschine Google und am Mittwoch landete auch der Videokanal YouTube auf der Schwarzen Liste.

Technische Fehler bei der Umsetzung


In das Register sollte eigentlich nicht der gesamte YouTube-Kanal,

sondern einige Unterseiten aufgenommen werden, die unerwünschte Informationen enthalten könnten, erklärte später der Pressesekretär von RosKomNadsor Wladimir Pikow. An den Betreiber sei gleichzeitig die Aufforderung ergangen, diese Inhalte zu löschen. YouTube kam der Forderung, trotzdem stand das Portal noch mehrere Stunden lang auf dem Index, ehe es dann schließlich von der Seite genommen wurde. RosKomNadsor erklärte dies mit einem technischen Fehler.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell.

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