Magna und Awtotor bauen an Autocluster in Kaliningrad

Schon jetzt schraubt Awtotor in Kaliningrad BMWs zusammen. Mit Magna soll die Produktion erweitert werden. Foto: ITAR-TASS.

Schon jetzt schraubt Awtotor in Kaliningrad BMWs zusammen. Mit Magna soll die Produktion erweitert werden. Foto: ITAR-TASS.

Die austro-kanadische Holding Magna und die russische Awtotor schließen einen Milliardendeal über den Aufbau eines Automobil-Clusters in Kaliningrad. Produziert werden sollen bis zu 250.000 Fahrzeuge im Jahr.

In Planung sind bis zu sechs Fabriken, die verschiedene Automarken vom Band laufen lassen. Zudem sollen mindestens 15 Jont-Ventures entstehen, die sich mit der Herstellung von Autoteilen befassen. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich laut Awtotor-Vorstandschef Wladimir Schtscherbakow auf 100 Mrd. Rubel (2,5 Mrd. Euro).

Russische Magna-Tochter als Basis für Kooperation


Als Basis für die Zusammenarbeit dient die russische Tochter von Magna International „Magna 2 Nischni Nowgorod". Awtotor hat einen Anteil von 60-Prozent an der Magna-Tochter übernommen, wobei es keine Angaben zum Kaufpreis gibt. Der Vorteil von „Magna 2 Nischni Nowgorod" besteht darin, dass das 2008 gegründete Unternehmen für die Einfuhr von Autokomponenten eine Zollermäßigung vom russischen Industrieministerium hat, wenn die Teile für eine Automontage in Russland genutzt werden.

Awtotor und Magna ergänzen sich


Die Kooperation zwischen Magna und Awtotor scheint auf den ersten Blick vielversprechend: Awtotor ist auf die Montage von Fahrzeugen

spezialisiert und hat im vergangenen Jahr 222.000 Autos der Marken BMW, Cadillac, Opel, Kia und Hyundai vom Band laufen lassen. Magna International wiederum ist einer der weltweit größten Zulieferer für Automobilfirmen. Im Rahmen des neuen Projekts könnten die Marken  Subaru, Jaguar und Range Rover dazu kommen, heißt es in der Präsentation. Vertreter der genannten Firmen erklärten aber, dass es noch keine feste Vereinbarung über die Produktion gebe.

Neue Fabriken, neuer Hafen, neues Stadtviertel


Trotzdem ist man in Kaliningrad optimistisch: Das Projekt soll in zwei Etappen realisiert werden. Am Ende, 2018, sollen die neuen Fabriken eine Kapazität von 250.000 Fahrzeugen pro Jahr haben. Die daneben entstehenden Zulieferbetriebe sollen nicht nur die Montagefabriken beliefern, sondern Teile auch ins europäische Ausland exportieren. Magna will den Plan für die Lokalisierung der Produktion in den nächsten neun Monaten erarbeiten.

Die Planungen beinhalten sogar den Bau eines Hafenkomplexes und sogar die Errichtung eines neuen Stadtviertels für etwa 50.000 Menschen.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell.

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