Sberbank-Chef Gref sieht ernsthafte Risiken für weitere Integration Europas

Die weitere Vertiefung der europäischen Integration birgt nach Worten von Sberbank-Chef German Gref ernsthafte Risiken für die Länder der Eurozone in sich.

"Ich kann nur als Experte auftreten. Leider ist mir die Position von Herrn Klaus näher", sagte Gref am Donnerstag in Frankfurt am Main am Tag der Sberbank. Bei dem Treffen, das der Wirtschaft Europas galt, hatte sich der tschechische Präsident Vaclav Klaus gegen die weitere Zentralisierung des Lebens in Europa ausgesprochen. Dagegen sieht Altbundeskanzler Gerhard Schröder den Ausweg aus der Krise in der weiteren Integration in Form eines politischen Bündnisses.

"Ich denke, dass die Integration ernsthafte langfristige Risiken für die Eurozone in sich birgt", sagte Gref. Klaus zufolge wird die übermäßig regulierte Wirtschaft der EU eine weitere Entwicklung kaum ermöglichen. "Schröder hatte gesagt, der Hauptfehler sei das Fehlen eines politischen Bündnisses. Das stimmt aber nicht. Der größte Fehler ist die Schaffung eines homogenen Wirtschaftssystems für ganz unterschiedliche Länder", so der tschechische Staatschef.

Tragische Folgen der Bildung der Eurozone für besonders schwache Staaten seien von Anfang an offenkundig gewesen. "Griechenland hat die

Wirtschaftskrise nicht verursacht. Im Gegenteil. Es ist ein Opfer dieser Krise. Mit dem Beitritt zur Eurozone hatte Griechenland einen Fehler begangen. Ich hoffe, dass sich die Griechen jetzt darüber klar geworden sind, dass es kaum möglich ist, alle mit gleichem Maß zu messen. Wichtig ist, dass sich auch die europäischen Politiker darüber klar werden", sagte Klaus. Schröder führte die gegenwärtigen Probleme der europäischen Wirtschaft darauf zurück, dass die Gemeinschaftswährung ohne zeitgleiche politische Integration geschaffen wurde. Das Problem bestehe in der fehlenden politischen Integration. Das Finanzbündnis sei nur eine Zwischenphase. Der nächste Schritt sollte zur Bildung eines richtigen politischen Bündnisses getan werden. Nur ein geeintes Europa wäre in der Lage, die globale ökonomische Landschaft zu verändern."

Schröder zufolge werden Demarchen einzelner Staaten die Integration nicht stoppen können. Die Länder, die gegen die weitere europäische Integration seien, würden im Hinterhof bleiben, sagte der Altbundeskanzler.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti. 

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