Verlag gesteht: Kein Ausgaberecht für Buch über Pussy Riot

Der Moskauer Verlag Algoritm, der ein Buch über die Skandalband Pussy Riot herausgegeben hat, hat eingestanden, dies ohne die notwendigen Rechte getan zu haben. „Wir geben zu, einen unzulässigen Fehler begangen zu haben. Wir besitzen keine Erlaubnis der Autoren für die Herausgabe dieses Buches", schrieb Verlagsdirektor Sergej Nikolajew in einem offenen Brief. Weder die Pussy-Riot-Mitglieder noch deren gesetzliche Vertreter hätten der Herausgabe des Buches zugestimmt.

Nikolajew zufolge hatte der Verlag noch vor der Urteilsverkündung für Pussy Riot die damaligen Anwälte der Band, Mark Fejgin, Nikolai Polosow und Violetta Wolkowa kontaktiert. Diese hätten versichert, über sämtliche Verlegerechte zu verfügen, worauf die Verhandlungen über die Herausgabe begannen.

„Die Texte, die in diesem Buch zusammengefasst sind, haben wir offenen Quellen entnommen. Wir bestätigen, dass weder (die verurteilten Punkband-Mitglieder) Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina

Samuzewitsch und Maria Aljochina noch deren Vertreter der Veröffentlichung zugestimmt haben." „Wir setzen alles daran, bei Tolokonnikowa, Aljochina und Samuzewitsch deren Position zu diesem Buch zu klären", so der Direktor weiter. Die bereits herausgegebene Auflage von 4000 Exemplaren sei dem Partnerverlag Eksmo verkauft worden und „liegt leider nicht mehr in unserer Jurisdiktion".

Der Eksmo-Verlag hatte die Herausgabe des Buches „Pussy Riot. Was war das?" als Gemeinschaftsprojekt mit dem Verlag Algoritm annonciert. Pjotr Wersilow, Ehemann der Pussy-Riot-Teilnehmerin Nadeschda Tolokonnikowa, ließ im Twitter wissen, dass seine Frau mit dem Buch nichts zu tun habe.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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