Das Mädchen und der Kommissar

Vom 28. November bis zum 5. Dezember 2012 findet nun schon zum achten Mal die Russische Filmwoche in Berlin statt. Eröffnet wird sie mit dem Psychothriller „Stahlschmetterling“ (Stalnaja babotschka) des russischen Regisseurs Renat Dawletjarow. Am 28. November wird der Film um 19.30 Uhr im Kino INTERNATIONAL zu sehen sein.

Spielszenen aus dem Film "Stahlschmetterling". Foto: Kinopoisk.ru

Tschuma ist Anführerin einer jugendlichen Straßengang, vorlaut, selbstsicher und immer in Begleitung ihres Butterflymessers. Nach einem Diebstahl befindet sie sich zum wiederholten Male auf einer Polizeiwache. Kommissar Chanin ist auf der Suche nach dem Mörder mehrerer junger Frauen, arbeitssüchtig und ohne geordnetes Privatleben. Er sieht in Tschuma einen möglichen Köder für den Frauenmörder und nimmt sich deshalb ihrer an.

Tschuma willigt einer Kooperation mit dem Polizisten ein, da sie Angst vor den Konsequenzen des Diebstahls hat, den die Polizisten nur aufgrund ihrer Mithilfe an der Suche nach dem Mörder fallenlassen.

Die Abende verbringt Tschuma nun damit, als unschuldiges Mädchen von nebenan mit Peilsender und Telefon den Park zu durchqueren, in dem alle Leichen aufgefunden wurden. Die Tage verbringt Tschuma bei Chanin, der das Mädchen bald zu sich in seine Wohnung aufnimmt.

Zwischen den beiden entwickelt sich ein zartes Band der Freundschaft und schnell verschmelzen Arbeit und Privatleben der beiden Hauptcharaktere miteinander. Tschuma fängt an, sich eine Welt zu konstruieren, in der sie mit Chanin in einer Beziehung lebt. Doch im Laufe der Zeit muss sie erkennen, dass sie nur als Köder für einen Mörder an Chanins Leben teilhaben kann.

Basierend auf einer wahren Geschichte zeigt der Film in kalten Bildern die Verwebung zweier einsamer und gescheiterter Existenzen. Ohne viele Worte gibt der Film Einblicke in die Komplexität menschlicher Beziehungen und unterschiedlicher Realitätsauffassungen. Der Film zeigt trotz der düsteren Ausgangssituation viel Herz, lädt zum Schmunzeln ein und garantiert einen gelungenen Start in die Russische Filmwoche.

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