Kreml: Drittes Energiepaket bewirkt Energieknappheit in Europa

Die Verabschiedung des dritten Energiepakets durch die EU hat laut dem Chef der Kreml-Administration, Sergej Iwanow, ein drohendes Defizit bei den Energieressourcen in Europa zur Folge. „Wir sind prinzipiell nicht einverstanden und verheimlichen dies nicht, dass das dritte Energiepaket den Abschluss langfristiger Verträge einfach erschwert und in Europa einen Mangel an Ressourcen bewirken kann", äußerte Iwanow am Samstag im Fernsehsender Rossija 1.

„Die Öl- und Gaserkundung erfordert immer mehr Geld, denn sie geht immer tiefer in den Norden und wird damit teuerer – ebenso wie Transport, Verarbeitung und Verteilung. Geht man von der EU-Logik aus, laut der alles voneinander zu trennen ist, so entsteht die Frage, wer in die Erkundung und in den Transport investieren soll", sagte der Chef der Kreml-Administration.

Das Problem des dritten Energiepakets betreffe nämlich nur die Beziehungen zwischen Russland und der EU, es sei kein globales

Problem und werde nicht auf die Agenda des G20-Treffens im September 2013 in Sankt Petersburg kommen. Das 2009 von der EU beschlossene dritte Energiepaket sieht eine Aufspaltung der vertikal organisierten Energiekonzerne in Produktions- und Betriebsnetze vor. Dadurch sollen die Strom- und Gasmärkte in der EU weiter liberalisiert werden. Dies soll die Konkurrenz sowie das Auftreten neuer Akteure fördern wie auch die Energiepreise senken.

Zudem äußerte Iwanow Zweifel an der Perspektive der Schiefergas-Förderung in Europa. „Ich bin recht misstrauisch gegenüber dem Schiefergas. Ich habe gehört, dies hängt mit sehr ernsten Umweltproblemen zusammen, die potentiell sehr gefährlich sind. Im Prinzip kann man Schiefergas nur an menschenleeren Orten fördern. Europa ist bekanntlich nicht menschenleer. Deshalb kann ich den Perspektiven für den Schiefergas-Abbau etwa in der Eurozone kein gutes Zeugnis ausstellen", so Iwanow.

„Wird dies den Markt verändern? Ich denke schon, aber mit noch unklaren Folgen", hieß es.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

Alle Rechte vorbehalten. Rossijskaja Gaseta, Moskau, Russland