Drittes Verfahren gegen Oppositionellen eröffnet

Die Verfahren gegen den Oppositionspolitiker Leonid Raswosschajew häufen sich: Inzwischen wurden Ermittlungen wegen illegalen Grenzübertritts eingeleitet. Raswosschajew wird zudem Mützenraub und versuchter Staatsstreich vorgeworfen.

"Nach Meinung der Ermittler, hat Raswosschajew, der wusste, dass gegen ihn Ermittlungen wegen des Dokumentalfilms "Anatomie des Protestes 2" laufen, sich entschlossen vor der Strafverfolgung zu fliegen und sich vor den russischen Ermittlungsbehörden zu verstecken", heißt es in einer Mitteilung des Ermittlungskomitees.

Um die Behörden zu täuschen, habe er eine Fahrkarte auf den Namen seines Bruders nach Kiew gekauft und sei ohne gültige Dokumente ins

Nachbarland eingereist, so der Vorwurf. Raswosschajew stand einige Tage nach seiner heimlichen Ausreise in Moskau vor dem Haftrichter. Während die Behörden erklärten, er habe sich schließlich freiwillig gestellt, wurde er eigenen Angaben nach in Kiew von Geheimdienstagenten entführt und nach Moskau verschleppt. Dort wird gegen ihn wegen eines versuchten Staatsstreichs ermittelt. Vor einigen Wochen wurde das Verfahren mit Ermittlungen wegen angeblichen Mützenraubs koordiniert, wobei diese Tat rund 15 Jahre zurückliegt.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell.

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