Molybdän-99 – Heilen mit kleinsten Isotopen

Produktion von Molybdän-99. Foto: Pressebild

Produktion von Molybdän-99. Foto: Pressebild

Führende europäische Länder, darunter auch Deutschland und Russland, entwickeln innovative Technologien im Bereich des Gesundheitswesens, u. a. für die Nuklearmedizin.

Das wichtigste Isotop bei der 
Diagnostik und Heilung vieler gefährlicher Krankheiten wie Krebs ist Molybdän-99. Der Bedarf an diesem Isotop nimmt deswegen weltweit ständig zu. Allerdings ist seine Gewinnung ein äußerst komplizierter Prozess, der zudem auch ökologisch nicht ganz unbedenklich ist.

Das Molybdän-99 wird bei 80 Prozent der Diagnoseverfahren unter Verwendung von Radionukliden in der Onkologie, der Kardiologie und

Neurologie eingesetzt. Dabei zerfällt es in das kurzlebige Technetium-99m, wichtigstes diagnostisches Radionuklid der modernen Nuklearmedizin. Mit seiner Hilfe werden jährlich 25 bis 30 Millionen Menschen weltweit behandelt und geheilt.Rosatom, Föderale Agentur für Atomenergie, habe zusammen 
mit dem Schweizer Unternehmen GSG mit Sitz Leipzig ein neues Verfahren zur Produktion von 
Molybdän-99 auf Alkalibasis entwickelt, sagt Wjatscheslaw Perschukow, stellvertretender Generaldirektor von Rosatom. Die 
Lizenz für die Herstellung der Isotope wird zurzeit den internationalen Standards angepasst und soll zum Ende des Jahres ausgestellt werden. Die neue Technologie, die aus wirtschaftlicher Sicht wesentlich effektiver als andere Verfahren ist, ermöglicht es auch, das Risiko umweltschädlicher Auswirkungen dieses Materials spürbar zu verringern.

In der weltweiten Praxis kommen mehr als 130 radiodiagnostische Verfahren zur Anwendung. In den russischen Forschungs- 
und Entwicklungszentren werden davon 30 eingesetzt. Ale
xander Udarow, Chefredakteur von Atominfo.ru, stellt fest: „In der Russischen Föderation arbeiten mehr als 100 Einrichtungen für die Radionukliddiagnostik, in denen Untersuchungen in vivo (Abgabe der Präparate an die Patienten) durchgeführt werden, und mehr als 200 Labors für radioimmunologische Analysen von Blutproben in vitro (also mit Analysetechniken im Labor).

Es sei daran erinnert, dass Siemens seinerzeit die Zusammenarbeit mit Rosatom aufgrund eines Beschlusses der deutschen Regierung, nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima die 
weitere Entwicklung der Kernenergie einzustellen, aufgeben musste.