Putin: Drei Kinder pro Familie sollte Norm werden

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich in seiner jährlichen programmatischen Ansprache vor den beiden Parlamentskammern für eine Intensivierung der Förderung von Familien mit Kindern ausgesprochen. Putin wies darauf hin, dass vor kurzem zum ersten Mal seit vielen Jahren ein reales Bevölkerungswachstum in Russland registriert worden sei. „Damit Russland souverän und stark sein kann, braucht es mehr und besser Russen", so Putin.Die Stabilitätspolitik und Familienförderungs-Maßnahmen der letzten Jahre hätten sich positiv ausgewirkt. Doch Putin wünscht sich noch mehr Kinder in Russland: „Norm in Russland sollte die Familie mit drei Kindern sein", erklärte er.

Vor einer Woche hatte das Arbeitsministerium gemeldet, dass in den ersten zehn Monaten dieses Jahres die Zahl der Geburten diejenige der Todesfälle um 790 übertroffen hätte. Das letzte Mal sei eine solche natürliche Bevölkerungszunahme vor 20 Jahren registriert worden. Ab 2013 werden in Russland Mütter ein erhöhtes „Mutterkapital" bei der Geburt von dritten oder weiteren Kindern erhalten, sofern ihre Heimatregion in Russland eine unterdurchschnittliche Geburtenrate aufweist, kündigte Putin an.

Putin kehrte am Ende seiner Rede noch einmal zum Thema Demographie zurück: Den Bevölkerungsrückgang in den letzten Jahren von etwa einer Mllion Menschen pro Jahr bezeichnete er als „Katastrophe". Seit 2010 verzeichne Russland hingegen wieder ein Bevölkerungswachstum.

Dies beruht allerdings in erster Linie auf der Einwanderung. Putin erklärte, dass Russland Bedarf an der Zuwanderung von klugen und fähigen Menschen habe – und nicht an unqualifizierten Arbeitskräften. Putin kündigte an, dass die Einreise für Bürger anderer GUS-Staaten ab 2015 nur noch mit Reisepässen möglich sein wird. Anders sei eine Migrationskontrolle nicht zu bewerkstelligen. Außerdem forderte er, die „bis zur Unmöglichkeit bürokratisierte Einbürgerung" für Landsleute, die „kulturell und geistig Russland nahe stehen" zu beschleunigen.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell.  

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