Kältewelle: Ganz Russland im Tiefkühlfach

So kalt war es Mitte Dezember zuletzt vor 50 Jahren in vielen Teilen Russlands Foto: PhotoXPress

So kalt war es Mitte Dezember zuletzt vor 50 Jahren in vielen Teilen Russlands Foto: PhotoXPress

Eine ungewöhnlich heftige Kälte hat ganz Russland im Griff – von der ukrainischen Grenze bis zur Beringstraße liegen die Temperaturen im kräftig zweistelligen Minusbereich.

Auf Minus 50 Grad ist in Teilen Sibiriens und im Russischen Fernen Ostendie Temperatur gefallen. Am Kältepol Oimjakon in Jakutien werden sogar minus 55 Grad gemeldet. Im Norden Kamtschatkas und auf der Halbinsel Tschukotka ist es fast ebenso kalt. Die Schulen haben wegen der Kälte geschlossen. Die Flughäfen arbeiten mit Unterbrechungen, zahlreiche Flüge sind verspätet oder fallen aus. Der Katastrophenschutz in fernöstlichem Magadan empfiehlt den Bewohnern ihre Häuser nur zu verlassen, wenn es nötig ist.

Auch im Ural-Gebirge ist es eiskalt. In der Millionenstadt Jekaterinburg liegen die Temperaturen bei Minus 20 Grad, nachts darunter. Im südlicher gelegenenTscheljabinsk ist es mit minus 26 Grad sogar noch kälter.

 

Viele Todesfälle im Ural

Der Temperatursturz in Russland hat manchmal fatale Folgen: Offiziellen Angaben nach sind bisher 29 Menschen erfroren. Aus der süduralischen Stadt Tscheljabinsk werden bislang auch die meisten Todesfälle gemeldet: „Im Gebiet Tscheljabinsk wurden seit dem Beginn der Kältewelle 20 Todesfälle infolge von Unterkühlung registriert. Das entspricht zwei Dritteln der landesweiten Kälteopfer", teilte das Gesundheitsministerium mit. Über 300 Menschen mussten sich in Russland mit Unterkühlungserscheinungen behandeln lassen.

Die Kälte setzt nicht nur die Menschen – in erster Linie sind Obdachlose die Opfer – außer Gefecht. In zahlreichen Regionen ist es zu größeren und kleineren Vorfällen bei der Wärme- Strom- und Wasserversorgung gekommen. So platzte im Gebiet Samara an der Wolga eine Wärmetrasse. In 71 Hochhäusern mit insgesamt 16.650 Bewohnern blieb die Heizung daher kalt – bei Außentemperaturen zwischen minus 15 und minus 20 Grad alles andere als angenehm.

 

Eispanzer auf der Straße

Im südrussischen Rostow-am-Don sind einige Dutzend Autos mitten in der Stadt festgefroren. In der Nacht auf Montag brach dort eine Warmwasserleitung und setzte eine Straßenkreuzung unter Wasser.  Die zuständigen Versorgungsbehörden beeilten sich nicht, den Schaden zu beheben, weshalb der See immer größer wurde – und bei Temperaturen von minus 15 Grad auch schnell gefror. Mittlerweile ist der Straßenzug bis zu 40 Zentimeter tief mit Eis bedeckt. Mehrere Autos stecken darin seit Tagen fest. Wie der Fernsehsender Rossija 24 berichtet, erwägen jetzt einige Autobesitzer Klage einzureichen.

 

Auf der Grundlage von den Artikeln aus der Webseite Russland Aktuell. 

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