Bosch schlägt Wurzeln in Russland

Die wichtigsten Kunden des Bosch-Werks in Samara werden die  in der Region ansässigen Autoproduzenten wie AWTOWAS sein. Foto: AP

Die wichtigsten Kunden des Bosch-Werks in Samara werden die in der Region ansässigen Autoproduzenten wie AWTOWAS sein. Foto: AP

Die Robert Bosch GmbH plant den Bau eines weiteren Werks in Russland. Um näher an seinen russischen Großkunden zu sein, investiert das deutsche Unternehmen 40 Millionen Euro und verlagert die Produktion von Kraftfahrzeugtechnik in die Wolga-Stadt Samara.

Wie die Robert Bosch GmbH am 19.12.2012 mitteilte, plant der Automobilzulieferer einen neuen Standort, an dem Steuerungssysteme von Fahrgestellen, Anlasser und Lichtmaschinen sowie Dieselsysteme hergestellt werden sollen. In den Bau dieses Werks will der deutsche Konzern bis zum Jahre 2015 ca. 40 Millionen Euro investieren und bis Ende 2017 etwa 500 neue Arbeitsplätze in der Region Samara schaffen.

Bosch betreibt bereits in Saratow ein Werk mit Zuliefererprodukten, doch am neuen Standort sollen kompliziertere Bauteile wie beispielsweise Antiblockiersysteme und Lichtmaschinen produziert werden, in der Folgezeit auch Anlasser und Common Rail Einspritzsysteme für Nutzfahrzeuge.

Die wichtigsten Kunden des Bosch-Werks in Samara werden einer Mitteilung des Unternehmens zufolge die in der Region ansässigen Autoproduzenten sein. „Von Samara aus können wir unsere Kunden aus dieser Region optimal bedienen. Der Standort im süd-westlichen Teil Russlands ist dafür bestens geeignet", erklärte der Generaldirektor der russischen Bosch-Regionalgesellschaft Gerhard Pfeifer.

Ganz in der Nähe des künftigen Bosch-Werks befindet sich das Werk des russischen PKW-Herstellers AwtoWAS. Da dieser seine Modellreihe nun

auch durch die Produktion von Nissan-Fahrzeugen am Standort Toljatti und künftig auch von Fahrzeugen der Marke Renault erweitert, ist AwtoWAS für KFZ-Zulieferfirmen ein interessanter Kunde. Bosch arbeitete von Anfang an, praktisch seit den allerersten Lada-Modellen, mit dem russischen Hersteller zusammen. In diesem Sommer vereinbarten die Partner, bis 2017 auch auf technischem Gebiet zu kooperieren. Bosch liefert dem Unternehmen an der Wolga ABS Hydraulikaggregate, Generatoren, Anlasser sowie Geschwindigkeits- und Sauerstoffsensoren. Außerdem werden die Produkte von Bosch auch von Zulieferbetrieben des Unternehmens AwtoWAS für deren Bauteile eingesetzt.

Bosch betont allerdings, dass das neue Werk alle russischen Automobilfabriken, mit denen der Konzern zusammenarbeitet, beliefern wird. So ist Bosch z. B. ein wichtiger Lieferant von Kraftfahrzeugtechnik für die russischen Automobilkonzerne KamAS und die GAZ-Gruppe. Nach Angaben der Vertreterin des Bosch-Konzerns Julija Golubzowa wurde der Standort im Gebiet Samara deshalb ausgewählt, weil dort die entsprechende Infrastruktur vorhanden war und qualifizierte Mitarbeiter angeworben werden können.

In Samara wollen sich künftig auch andere Automobilzulieferer niederlassen, viele von ihnen in der Sonderwirtschaftszone „Toljatti". So haben im Sommer beispielsweise der japanische Konzern Sanoh sowie das koreanische Unternehmen Mando den Wunsch geäußert, Niederlassungen in der Sonderwirtschaftszone zu gründen. Allerdings sollte man sich nicht automatisch darauf verlassen, dass Bosch weitere Produzenten von Kraftfahrzeugtechnik in die Region zieht. „Bosch verfügt über sein eigenes riesiges Sortiment. Und es geht nicht um derart große Mengen, dass der Konzern auch andere Produzenten - seine Zulieferbetriebe - in die Region locken würde", ist der geschäftsführende Direktor der Nationalen Assoziation der Produzenten von Kraftfahrzeugtechnik Michail Blochin überzeugt.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RBC Daily.

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