Die Insel Kischi: Russlands bekannteste denkmalgeschützte Holzhäuser

An der Nordwestseite des Onegasees, in der Republik Karelien gelegen, zeigt Kischi die Holzarchitektur der traditionellen Kultur des russischen Nordens.
Die Insel Kischi ist der Ort mit den wohl bekanntesten denkmalgeschützten Holzhäusern Russlands, die das ganze Jahr über von Touristen bewundert werden, vor allem aber im Sommer als einer der Programmpunkte der Flusskreuzfahrten zwischen St. Petersburg und Moskau
An der Nordwestseite des Onegasees, in der Republik Karelien gelegen, zeigt Kischi die Holzarchitektur der traditionellen Kultur des russischen Nordens.
Kischi ist in der Bandbreite und der Bedeutung  seiner Gebäude - von der einfachen Scheune bis hin zur Erlöser-Verklärungs-Kirche mit ihren 22 Kuppeln - einzigartig.
Ende der Vierzigerjahre begannen umfassende Rekonstruktionsarbeiten auf Kischi. 1951 wurden die ersten Muster historischer Blockhäuser aus anderen Regionen Kareliens auf die Insel gebracht.
Weitere Gebäude kamen in den Fünfziger- und Sechzigerjahren hinzu und 1966 wurde  Kischi zum nationalen Architektur- und Geschichtsmuseum. Die Insel wurde 1990 von der UNESCO als Welterbe anerkannt.
Die Erlöser-Verklärungs-Kirche, 1714 errichtet und neben der Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kirche an ihrem ursprünglichen Platz gelegen, wird von den meisten Besuchern der Insel als das bedeutendste Denkmal von Kischi angesehen.
Ungeachtet der beeindruckenden Schönheit dieser Holzkirchen, bestand doch der grundlegende Zweck dieser Holzgebäude darin, eine Unterkunft zu bieten. Wie die Holzkirchen in ihrer Mitte, demonstrieren die Blockhäuser von Kischi sowohl Kunstfertigkeit im Design, als auch große wirtschaftliche Funktionalität. Die Blockhäuser (auf Russisch Isba), die in erster Linie aus Kiefern- oder Tannenholz gebaut und mit Ornamenten aus Birke und Zitterpappel versehen wurden, sind in erster Linie errichtet worden, um dem strengen Klima und den langen Wintern zu widerstehen.
Beispiele dieser Häuser, in erster Linie aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert, sind überall auf der Insel Kischi zu finden, angefangen von Gebäuden um das ursprüngliche Kirchensemble am südlichen Ende der Insel bis hin zum mittleren und nördlichen Teil der Insel auf anderen Seite. Zusammen genommen repräsentieren diese Stätten Bauwerke aus verschiedenen Regionen, wie sie überall im nordwestlichen Gebiet des Onegasees zu finden sind. Darunter sind auch solche Dörfer, die von den Karelen und Wepsen bewohnt werden.
Noch während derselben Periode begannen die Zimmermänner die städtischen architektonische Motive, wie barocke Fenstereinfassungen, die sie während ihrer Saisonarbeit in Städten wie St. Petersburg beobachtet hatten, hier vor Ort nachzuempfinden. Die gräßeren Häuser auf Kischi sind eine Art Schaukasten traditionellen Kunsthandwerks, das den Reichtum und die Kultur ihrer Eigentümer widerspiegelt.
Die Härte des nördlichen Klimas erzeugte - selbst wenn die Sonne schien - ein schützendes Milieu ohne oder mit nur wenig Licht.
Solche Gebäude, geschaffen aus den in den nördlichen Wäldern verfügbaren Materialien und auf Kischi zusammengeführt, sind ein Beleg für das überleben der Gemeinschaft und das angeborene Verlangen der Seele.

 

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