Kiew, Donezk, Moskau – die heimlichen Hintermänner

Die ukrainische Militärkräfte in Slawjansk. Foto: AP

Die ukrainische Militärkräfte in Slawjansk. Foto: AP

Wollen Sie wissen, wer in Wahrheit die Fäden zieht? Dann stellen Sie einfach die altbekannte Frage – „Wer hat den Nutzen davon?"

Endlich haben investigative Journalisten es herausgefunden: die zahlreichen pro-russischen Kommentare, die seit Beginn der ukrainischen Krise die deutschen Medienmacher verunsichern, kommen nicht einfach von verärgerten Bürgern. Diese Kampagne ist orchestriert. Eine Handvoll rechter Spinner, so berichten Spiegel Online, FAZ und andere, spammt die

Kommentarspalten mit Copy & Paste Pöbeleien zu. Sie geben sich fälschlich als Anonymus-Aktivsten aus, mögen Putin, weil er so schön autoritär ist, und hassen Amerika und den freien Westen.

Puuuuh, Glück gehabt! Das kann doch nicht sein, dass ganz normale Menschen an der medialen Weisheit zweifeln. Das darf nicht sein. Gut, dass man schnell ein paar Sündenböcke gefunden hat, die hinter dem medialen Aufstand der Russlandversteher stecken.

Immer steckt jemand dahinter. Hinter allem. Hinter den Protesten auf dem Maidan, hinter den Protesten in der Ostukraine. Wo hätte man je gehört, dass Menschen einfach so, aus eigenem Entschluss, politisch aktiv werden? Natürlich brauchen sie jemanden, der sie aufwiegelt und vor den eigenen Karren spannt.

Das Dumme ist nur, das es nicht immer derselbe ist, dem man alle Schuld für missliebige Ereignisse aufladen kann. Potentielle Verdächtige streiten ihre Beteiligung lauthals ab. Gleichzeitig unterstellen sie ihren Kritikern, heimlich selbst die Marionetten tanzen zu lassen. Da verliert Otto Normalverbraucher schnell den Überblick.

Wollen Sie wissen, liebe Leser, wer in Wahrheit die Fäden zieht? Dann stellen Sie einfach die altbekannte Frage – „Wer hat den Nutzen davon?". Auf diese Weise klärt sich alles wie von selbst. Demnach stehen also hinter den falschen Anonymussen und ihrem Pro-Putin-Spam die deutschen Mainstream-Medien. Auf diese Weise können sie die Kritik an ihrer schlampigen, einseitigen und unprofessionellen Berichterstattung als billige Hetze von Rechts abtun.

Hinter Gruppierungen wie dem „Rechten Sektor" oder „Swoboda" steht natürlich Moskau. Schließlich haben die Schläger dieser Bewegungen durch ihre öffentlichen Auftritte im Westen erste Zweifel daran gesät, dass es sich bei den Rebellen auf dem Maidan durchwegs um lupenreine Demokraten handelt. Gleiches gilt für Julia Timoschenko. Jahrelang spielte sie geschickt die Madonna der Freiheit. Dann, genau im richtigen Moment, diskreditierte sie mit hässlichen Schimpftiraden die prowestliche Fraktion –

im Interesse des Kremls. Durchschaut wurde sie aber schon lange zuvor, und zwar von Viktor Janukowitsch, einem Agenten der USA. Darum warf er die falsche Demokratin auch ins Gefängnis. Er wusste, von wo sie ihre Befehle erhält. Mit seiner korrupten und konfusen Politik schürte er währenddessen den Hass auf Russland, als dessen Statthalter er sich ausgab.

Die Separatisten in der Ostukraine schließlich, die werden logischerweise von der CIA gesteuert. Schließlich können so die Führer der freien Welt behaupten, Moskau „zündle" weiterhin in dem Nachbarland. Gerhard Schröder, Alexander Rahr und andere angebliche Russlandversteher sind ebenfalls in Wirklichkeit Handlanger der anderen Seite. Ihre Aufgabe ist, der deutschen Gesellschaft das Gefühl zu geben, dass die Agenten des Kremls überall sitzen und selbst Ex-Kanzler vom KGB geführt werden.

Aber das sind alles Kleinigkeiten. Die wirklich spannende Frage ist: Wer steht hinter den Regierungen in Berlin, Brüssel, Washington und Moskau? Wer steht hinter dem IWF, der Weltbank, der Uno? Und vor allem: Wer steht hinter dieser Kolumne?

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