Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft: Handel mit Russland gesteigert

Alexandr Kryazhev/RIA Novosti
Im ersten Quartal des Jahres konnte der Handelsumsatz auf beiden Seiten deutlich gesteigert werden. Dies belegen Zahlen des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Zudem nehmen auch die deutschen Investitionen in Russland merklich zu.

Der deutsche Handel mit Osteuropa ist gut ins Jahr 2017 gestartet. Vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ausgewertete Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen im ersten Quartal des Jahres im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs der Ausfuhren nach Osteuropa um 20 Prozent – insgesamt betrugen sie 14,8 Milliarden Euro. Sie wuchsen damit erneut deutlich stärker als der deutsche Export insgesamt, der um 8,5 Prozent zulegte.

Auch deutsche Importe aus der Region stiegen deutlich. Sie wuchsen um 27,6 Prozent auf 16,6 Milliarden Euro. „Für den eindrucksvollen Jahresbeginn ist vor allem die wirtschaftliche Belebung in Russland verantwortlich“, kommentierte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Wolfgang Büchele. „Aber auch die anhaltend solide Nachfrage nach deutschen Produkten in Südosteuropa und die einsetzende Erholung auf anderen osteuropäischen Märkten wie der Ukraine und Kasachstan“ trage zu dem Ergebnis bei.

Handel mit Russland entwickelt sich hervorragend

Insbesondere die kräftige Erholung des deutschen Warenaustauschs mit Russland ermöglichte das positive Ergebnis des Handels. Die deutschen Exporte nach Russland kletterten von Anfang Januar bis Ende März 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,5 Milliarden Euro (+32,2 Prozent). Die Einfuhren aus Russland nach Deutschland nahmen sogar um 2,1 Milliarden Euro (+35,1 Prozent) zu. „Russland entwickelt sich trotz der Sanktionen wieder zu einem Motor des deutschen Handels mit Osteuropa“, sagte Büchele zu den Entwicklungen. „Für das Gesamtjahr 2017 erwarten wir einen Anstieg der deutschen Exporte nach Russland um mindestens zehn Prozent.“ Besonders stark zeigten sich der Handel von chemischen und pharmazeutischen Produkten, Elektronik, Maschinen und Fahrzeugen. Dennoch stellen die Sanktionen deutsche und russische Unternehmen auch weiterhin vor große Herausforderungen – und hemmen den Handel.

Trotz der positiven Entwicklungen setzt Russland auch weiterhin darauf, Importe durch im Inland gefertigte Produkte zu ersetzen. Um von diesem Trend zu profitieren, haben die Investitionen deutscher Unternehmen in Russland zugenommen. Der günstige Rubel drückt die Lohnkosten und macht den russischen Markt für die Warenproduktion besonders interessant.

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