Geschichte Tag für Tag: 27. Oktober

Lager von Schiguli-Bier in Merwe 1918, heute Mary/Turkmenistan

Lager von Schiguli-Bier in Merwe 1918, heute Mary/Turkmenistan

gemeinfrei / Wikipedia
Unser täglicher Geschichtsrückblick zeigt Ihnen, was am heutigen Tag in der Geschichte Russlands und der Welt vor sich ging.

1991: Turkmenistan verlässt die Sowjetunion

Nachdem am 23. September der Oberste Sowjet Armeniens die Republik auf Grundlage der Ergebnisse des am 21. September durchgeführten Referendums,  bei dem  99 % dafür gestimmt hatten, zu einem unabhängigen Staat erklärt hatte und am 18. Oktober auch in Aserbaidschan die staatliche Unabhängigkeit vollzogen worden war, verabschiedet nun auch der Oberste Sowjet Turkmenistans ein ähnliches Gesetz auf Basis des Volkswillens der Turkmenen, der 94 % „Ja-Stimmen“ ebenfalls sehr deutlich ausgefallen war. 

Altes Mausoleum mit Saksaul Baum, Turkmenistan

1961: Russischer Jazz-Maestro Igor Butman geboren

In Leningrad (heute Sankt Petersburg) wird Igor Butman geboren. Er ist heute einer der berühmtesten Saxophonisten der Welt und Mitorganisator einer Reihe verschiedener Jazz-Festivals: unter anderem des „Triumph of Jazz“ in Moskau und Sankt Petersburg, „Aquajazz“ in Sotchi und „Skolkovo Jazz“.

Aufgewachsen in der Sowjetunion, ging Butman 1987 in die USA und studierte dort am Berkleiy-Musikcollege. Nach dem Zerfall der UdSSR kehrte er 1993 in seine Heimat zurück und wurde zur Brücke zwischen den Jazz-Szenen Moskaus und New Yorks.

“Unsere musikalische Schule ist jung, aber in unserem Jazz ist viel Leidenschaft“, sagte er jüngst über die heutige russische Szene. Durch eine Stiftung fördert er die hiesigen Jazz-Künstler. Außerdem besitzt er zwei Jazz-Clubs im Zentrum Moskaus.

1505: Iwan der Große gestorben

In Moskau stirbt Großfürst Iwan III. Er regierte  ab 1462 und ist mit 43 Jahren der russische Herrscher mit der längsten Regierungsdauer.

Iwan III. war es, der erstmals ausländische Söldner in seiner Armee beschäftigte. Söldner hatten bis dahin schon eine lange Tradition in russischen Armeen, aber ab dem späten 15. Jahrhundert wurden sie immer wichtiger. Der Stil der Kriegsführung wurde zu dieser Zeit immer ausgeklügelter und Russland benötigte erfahrene Spezialisten aus Ländern, in denen fortgeschrittene Militärstrategien bereits eingeführt worden waren. Deshalb begann das Land, eben solche Soldaten aus dem Westen zu rekrutieren.

Die Ankunft der westlichen Söldner begann, als sich das Moskauer Fürstentum unter Iwan III. in einen zentralisierten russischen Staat wandelte. Die Agenda dieses neugegründeten Staates berief sich auf zwei traditionelle Elemente russischer Sicherheitspolitik: eine fortgesetzte Verteidigung gegen Überfälle der Nomaden im Süden sowie den Kampf gegen den mächtigen Gegner Polen-Litauen im Westen. Diese Herausforderungen zwangen das Land dazu, stärkere und modernere Streitkräfte aufzubauen.

Iwan III., Kupferstich, 16. Jahrhundert

Außerdem kam es in seiner Regierungszeit am 8. Oktober 1480 zum „Großen Gegenüberstehen an der Ugra“. Der Großfürst hatte sich geweigert, Abgaben an die mongolischen Herrscher zu zahlen. Daraufhin plante Ahmat Khan, Herrscher der Mongolen, einen militärischen Feldzug gegen Moskau und verbündete sich zu diesem Zwecke mit dem König Polens.

Schlussendlich standen sich die Heere beider Reiche am Fluss Ugra mehrere Wochen gegenüber, ohne dass es zu einer Schlacht kam. Von Seuchen und dem hereinbrechenden Winter geschwächt, zogen die Mongolen schließlich unverrichteter Dinge wieder ab. Damit endete die formale Kontrolle der Mongolei über Moskau.

Aleksej Kiwschenko (1851-96): Iwan der große zerreißt einen Brief des mongolischen Khans

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