Königliche Rüpel: Schlägereien, Trinken und Wahnsinn in der Romanow-Familie

Einige der Romanows waren ziemlich wahnsinnig, wie Peter der Große, der die Leute dazu brachte, so viel Alkohol zu trinken, dass sie starben. Ein anderer schoss auf einen Armeegeneral, während ein weiterer einen Ingenieur in den Selbstmord trieb.

1. Peter der Große und seine betrunkenen Heldentaten

Trinken war das ultimative Laster von Peter dem Großen. In seiner Jugend, als er das deutsche Viertel in Moskau besuchte, veranstaltete er Trinkgelage mit den deutschen und britischen Männern, die der russischen Krone dienten. Prinz Kurakin, ein Zeitgenosse erinnerte sich, dass das Trinken manchmal tagelang andauerte und viele Menschen daran starben, darunter Peters Freund Franz Le Fort. Es gab eine Zeit, in der keine Hochzeit im deutschen Viertel ohne die Anwesenheit des Zaren gefeiert wurde.

In den 1690er Jahren schuf der junge Peter „Das scherzende, betrunkene Konzil von Narren und Witzbolden“, zu dem auch seine Trinkkumpane gehörten, welche Russlands höchste Beamte und Adlige waren. Dieses Konzil war bis zu den letzten Tagen Peters aktiv. Alle Mitglieder dieses Klubs hatten obszöne Spitznamen und parodierten während des Trinkgelages die Hierarchie der orthodoxen Kirche.

Es ist akkurat zu sagen, dass Peter ein Rowdy war, während seines Besuchs in England begann er seinen Tag mit einem Glas Brandy und einem Glas Sherry.

Alle Höflinge, die zu Peters „Versammlungen“, den offiziellen Bällen zu spät kamen, wurden gezwungen, einen vollen „Kelch des Großen Adlers“, einen eineinhalb Liter vollen Krug Wodka zu trinken. Nachdem mehrere Menschen daran gestorben waren, wagte es niemand mehr, zu spät zu den Bällen zu kommen. Das Trinken mit Peter dem Großen brachte viele Menschen um: Peters Nichte Anna Iwanowna, welche später Anna von Russland wurde, heiratete Friedrich Wilhelm, Herzog von Kurland. Er kam zum Feiern nach St. Petersburg, starb aber nach zweieinhalb Monaten, weil Peter ihn ohne Unterlass trinken ließ.

Sogar Peters letzte Tage waren durch Trinkexzesse gekennzeichnet. Im Januar 1725 plante der französische Botschafter Jacques de Campredon, mit dem Zaren Verhandlungen über eine Militärunion zu führen, aber die Verhandlungen wurden plötzlich eingestellt. Der russische Kanzler Osterman sagte Campredon heimlich: „Es ist unmöglich, mit dem Zaren über dringende Fragen zu sprechen. Er ist völlig in die Unterhaltung verfallen. Er wandert die ganze Zeit von Haus zu Haus, besucht die edelsten Familien der Hauptstadt mit 200 Musikern und Narren, singt alle möglichen Lieder und isst und trinkt auf Kosten derer, welche er besucht.“

Campredon verließ Russland bald darauf, seine Verhandlungen wurden nie fortgesetzt - Peter der Große starb im selben Monat.

2. Der zukünftige Kaiser, der einen Beamten in den Selbstmord treibt

Prinz Pjotr Kropotkin, ein berühmter russischer Revolutionär und Philosoph, beschrieb in seinen Memoiren eine schreckliche Geschichte, welche 1869 dem Großherzog Alexander Alexandrowitsch, dem zukünftigen Kaiser Alexander dem Dritten widerfuhr. Karl Gunius, ein finnischer Offizier arbeitete in der russischen Armee als Schusswaffeningenieur. Er war berühmt dafür, das Berdan-Gewehr verbessert zu haben, eines der meistverwendeten Gewehre Russlands in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach einer seiner Geschäftsreisen in die Vereinigten Staaten von Amerika, erhielt er eine Audienz bei Großherzog Alexander, dem damaligen Generalbevollmächtigten von Kaiser Alexander dem Zweiten, seinem Vater.

„Während der Audienz begann der Großherzog unhöflich mit dem Offizier Gunius zu sprechen, welcher mit Würde geantwortet hat. Der Großherzog war empört und fluchte gnadenlos über den Offizier... Der Offizier ging sofort und schickte einen Brief an den Großherzog, in dem er Alexander aufforderte, sich zu entschuldigen und fügte hinzu, dass er sich, wenn die Entschuldigung nicht innerhalb von 24 Stunden erfolgen sollte, selbst erschießen würde... Alexander entschuldigte sich nicht und der Offizier hielt sein Wort. Ich sah ihn an diesem Abend bei meinem engen Freund, als er auf die Entschuldigung wartete. Am nächsten Tag war er tot. Alexander der Zweite war wütend und befahl seinen Sohn, dem Offiziers-Sarg bis ans Grab zu folgen. Der Großherzog sah dies als eine Schande an, aber selbst diese schreckliche Lektion heilte den jungen Mann nicht von der Arroganz und Impulsivität der Romanows“.

3. Der Großherzog, welcher einen Armeegeneral verwundete

Großherzog Boris Wladimirowitsch, welcher von 1877 bis 1943 lebte, war der Enkel von Zar Alexander dem Zweiten und der Vetter von Zar Nikolaus dem Zweiten. Er wurde groß gezogen, um eine Militär Karriere zu verfolgen, die für männliche Romanows traditionell war. Er hatte zudem eine hervorragende Ausbildung und war ein begeisterter Anglophiler. Was ihn jedoch nicht zu einem Gentleman machte, seit seiner Jugend war Boris ein berüchtigter Trinker und Playboy, hierbei hielt er sich nicht zurück. Bei der Krönung von Nikolaus dem Zweiten flirtete er mit Kronprinzessin Marie von Rumänien, seiner Cousine, welche bereits verheiratet war. Mit seinem Balzverhalten zerstörte er mehrere Arrangierte Ehen im Kreise des europäischen Hochadels. Als Boris ein Kind mit einer außerehelichen Frau zeugte, schickten ihn seine Eltern auf eine Weltreise, wo er Tiger mit Maharadschas jagte und Champagner aus Pantoffeln amerikanischer Schauspielerinnen trank. Seine berüchtigte Leistung begann ebenfalls als Liebelei.

Während des Russisch-Japanischen Krieges von 1904 bis 1905 diente Boris im Hauptquartier von General Aleksey Kuropatkin. In Liaoyang belästigte Boris eine Krankenschwester, die, wie sich später herausstellen sollte, Prinzessin Gagarina war, Angehörige einer Adelsfamilie. Sie schlug Boris ins Gesicht und schrieb einen Beschwerdebrief an General Kuropatkin.

Der General rief Boris Wladimirowitsch zu sich und wies ihn zurecht. Beleidigt erinnerte Boris den General daran, dass er ein Großherzog war, und Kuropatkin, der russische Kriegsminister, verlor die Beherrschung und schrie: „Schweigen Sie! Hände runter und still gestanden!“, daraufhin zog der Großherzog eine Waffe, schoss Kuropatkin in den Arm und verwundete ihn. Angstvoll schrieb Kuropatkin an Nikolaus den Zweiten und fragte ihn, was er tun solle. Er erhielt eine erschreckende Antwort: „Tu es nach dem Gesetz.“ Das Gesetz besagte, dass jeder Soldat, der auf seinen General geschossen hat, hingerichtet werden soll. Niemand konnte es wagen, dieses Urteil an einem Großherzog zu vollziehen, also wurde er von einem Ärzteausschuss für verrückt erklärt und nach Sankt Petersburg zurückgeschickt. Dies war zudem Boris Wunsch, da er nicht dienen und somit sein Leben riskieren wollte. Vielleicht hatten die Ärzte doch Recht.

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