Großes Drama am Bolschoi Theater, Solist gesteht Attentat

Auftraggeberder des Säureanschlags auf den Intendanten des Bolschoi Theaters ist Pawel Dmitritschenko,ein Solist des Bolschoi, der Iwan den Schrecklichen im gleichnamigen Ballett getanzt hat. Foto: RIA Novosti

Auftraggeberder des Säureanschlags auf den Intendanten des Bolschoi Theaters ist Pawel Dmitritschenko,ein Solist des Bolschoi, der Iwan den Schrecklichen im gleichnamigen Ballett getanzt hat. Foto: RIA Novosti

Iwan der Schreckliche war es! Den Anschlag auf den Ballettmeister des Bolschoi Theaters Sergej Filin hat ein Solist des Bolschoi in Auftrag gegeben. Passenderweise hatte er zuletzt Iwan den Schrecklichen gespielt.

Nachdem die Polizei am Dienstagabend drei Tatverdächtige festgenommen hat, scheint der Säureanschlag auf den Intendanten des Bolschoi Theaters aufgeklärt. Auftraggeber war demnach der Tänzer Pawel Dmitritschenko, der unter den Festgenommenen war. Dmitritschenko hat laut Polizeiangaben bereits gestanden.

Demnach ging es bei dem Streit mit Filin nicht um eigene Ambitionen - Dmitritschenko war erfolgreicher Solist, hatte u.a. beim Schwanensee

mitgewirkt und zuletzt Iwan den Schrecklichen im gleichnamigen Ballett getanzt - sondern um eine Frau. Im Mittelpunkt des Streits steht die junge Ballerina Angelina Woronzowa, unterschiedlichen Medienberichten nach entweder die Frau oder die Lebenspartnerin Dmitritschenkos. Bereits 2008 hatte Filin sie ins Stanislawski-Theater eingeladen, das er damals leitete. Woronzowa ging jedoch stattdessen ans Bolschoi.

Als Filin später dort Intendant wurde, forderte er sie auf, ihren Tanzlehrer zu verlassen und stattdessen unter seiner Führung zu arbeiten. Dafür bot Filin ihr angeblich die Hauptrolle im Schwanensee an. Als Woronzowa erneut ablehnte, wurde sie von Filin zurückgestellt.

Die Ermittler vermuten, dass Dmitritschenko dem Ballettmeister diese Kränkungen so übelnahm, dass er auf diese Weise Rache übte. Der Säureanschlag wurde von einem bereits vorbestraften Bekannten Dmitritschenkos ausgeführt.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell.

Alle Rechte vorbehalten. Rossijskaja Gaseta, Moskau, Russland