FEMEN in Aktion

Wladimir Putin und Angela Merkel nach der FEMEN-Attacke. Foto: AP

Wladimir Putin und Angela Merkel nach der FEMEN-Attacke. Foto: AP

Russland HEUTE hat die provokantesten Aktionen der Frauenrechtsgruppe FEMEN zusammengestellt. Zuletzt hatten die ukrainischen Feministinnen die Öffentlichkeit mit einer Attacke auf Wladimir Putin während seines Besuchs auf der Hannover Messe geschockt.

 

Sie tragen keine Hasskappen und versuchen erst gar nicht, ihre Gesichter zu verstecken. Sie tanzen nicht nur in Kirchen, sondern protestieren auch auf deren Glockentürmen. Auf ihrer offiziellen Webseite präsentieren die Frauen Fotos und Videos, mit denen sie ihre provokanten Aktionen dokumentieren. Für ihre Protestform hat FEMEN sogar einen eigenen Begriff geprägt: „Sextremismus".

 

1. Der jüngste Angriff auf Putin in Anwesenheit von Angela Merkel war nicht die erste Aktion der ukrainischen Feministinnen, mit der sie dem russischen Präsidenten ihre Meinung sagten. Im Dezember 2012 versuchten die selbsternannten „neuen Amazonen", den Russland-EU-Gipfel zu stürmen. Die Aktivistinnen empfingen Wladimir Putin auf dem Flughafen in Brüssel mit den Losungen „Putin ist die Apokalypse" und „Putin, der Eurokollaps".

Wie es die barbusigen jungen Frauen mit den schrillen Aufschriften auf ihrem Körper auf der Hannover Messe geschafft haben, an den vielen Personenschützern vorbeizukommen, ist unverständlich. In einem Interview mit dem belarussischen „Euroradio" erklärte die FEMEN-Aktivistin Alexandra Schewtschenko dazu: „Ich werde nicht den organisatorischen Ablauf und die technische Seite der Aktion preisgeben. Das Wichtigste war, keine Angst vor Putin und seinen bewaffneten Leibwächtern zu haben."  So einfach war das.

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 2. Wladimir Putin ist nicht die erste Figur der russischen Öffentlichkeit, die von FEMEN-Aktivistinnen mit Geschrei und nackten Brüsten bestürmt wurde. Zuvor war auch schon der Patriarch von Moskau und ganz Russland, Kyrill, mit den anstößigen und beleidigenden Ukrainerinnen konfrontiert. Das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche erwischte es am Kiewer Flughafen, dem Ausgangspunkt seiner freundschaftlichen Visite. Nebenbei, die nackten Brüste sind ein unverzichtbares Attribut aller FEMEN-Aktionen. Auf ihrer offiziellen Webseite erklärt FEMEN, „mit den Brüsten für die Geschlechtergerechtigkeit und bürgerliche Gleichheit auf der ganzen Welt zu kämpfen".

 

 

 3. Für Aufsehen sorgte auch eine Aktion im Mai 2012 in der ukrainischen Stadt Dnepropetrowsk, wo die Feministinnen den UEFA-Pokal zur Zielscheibe ihrer Angriffslust machten. Im Anschluss an die Endrunde der Europa League stellten sich die Frauen in eine Schlange, um den Pokal zu fotografieren. Als sie an die Reihe kamen, stießen sie ihn samt Sockel um. Einige Tage zuvor hatte bereits eine Aktivistin während einer Veranstaltung in Kiew den Pokal gestürzt.

Auf ihrer Webseite erklärten die Frauen voller Stolz über ihren „Erfolg", was ihnen am Fußball nicht passt. Sie warfen der UEFA „Propaganda für Sex-Tourismus, Stimulierung der Sex-Industrie an den Austragungsorten des Turniers sowie Alkoholisierung und Verblödung der Bevölkerung" vor. Für diese Aktion wurde die FEMEN-Mitstreiterin Irina Schewtschenko zu einer Strafe von umgerechnet 32 Euro verurteilt.

 

4. Die Aktion der Punk-Band Pussy Riot und deren Verhaftung stießen bei FEMEN auf große Resonanz. Die Frauen unterstützten die russischen Rebellinnen, die im Februar 2012 mit einem Punk-Gebet in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau aufgetreten waren. Am Tag der Urteilsverkündung im Verfahren gegen die Bandmitglieder sägte eine Aktivistin mit einer Motorsäge in Kiew ein Kreuz nieder. 

 

5. Mit ihrem unflätigen Benehmen in der wichtigsten Russisch-Orthodoxen Kirche Russlands, der Christ-Erlöser-Kathedrale, vollbrachten Pussy Riot übrigens keine Pioniertat. Im Dezember 2011, zwei Monate vor dem Pussy-Riot-Auftritt, starteten Aktivistinnen von FEMEN eine Aktion vor einer Kirche. Die Frauen wurden damals nicht einmal festgenommen. Sie packten ihre Plakate mit der Aufschrift „Allmächtiger, bewahre den Zaren" ein, zogen sich an und entfernten sich mit der Metro vom Ort des Geschehens. Mit dieser Aktion sympathisierte damals niemand, die Kommentare zu den Fotos im Internet waren überwiegend negativ

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