Was schenkt man einem Präsidenten?

Was Präsident Putin und Ministerpräsident Medwedjew geschenkt bekommen haben, soll nun in einem virtuellen Museum ausgestellt werden. Foto: Reuters/Vostock Photo

Was Präsident Putin und Ministerpräsident Medwedjew geschenkt bekommen haben, soll nun in einem virtuellen Museum ausgestellt werden. Foto: Reuters/Vostock Photo

Ein virtuelles Museum soll bald der Öffentlichkeit präsentieren, was der russische Präsident Wladimir Putin und Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew im Laufe der Zeit an Geschenken überreicht bekommen haben.

Den Staatsoberhäuptern Russlands wurde im Laufe der Zeit eine Vielzahl an Geschenken überreicht – vom Kristallkrokodil bis zu einem lebendigen Elefanten. Dem Präsenten gehören ebenso wertvolle Schweizer Uhren und ein Glas Konfitüre. Schon bald wird man alle diese Geschenke in einem virtuellen Museum, das von der Verwaltungsabteilung des Präsidenten eingerichtet werden soll, zu sehen sein.

Schon bald wird die virtuelle Geschenkesammlung der Regierung der Russischen Föderation angelegt werden. Für die Entwicklung des Systems wurden knapp 170 000 Euro zur Verfügung gestellt – der entsprechende Tender wurde vor kurzem von der Verwaltungsabteilung des Präsidenten der Russischen Föderation veröffentlicht. Entsprechend den Ausschreibungsunterlagen soll die Geschenkesammlung aus zwei Abteilungen bestehen: einem Inventursystem für Geschenke, die hochgestellten Staatsfunktionären überreicht wurden, und Souvenirs, die im Namen der russischen Regierung verschenkt werden.

Jedes an einen Beamten überreichte Geschenk erhält eine Inventarkarte, auf der verzeichnet ist, wie groß, schwer und wertvoll das Präsent ist, und das mit Angaben versehen ist, von wem, wann und unter welchen Umständen es überreicht wurde (zum Beispiel während eines offiziellen Staatsbesuchs oder bei einem formlosen Empfang, berichtet die Zeitung Moskowskij Komsomolez.

Das Geschenk selbst wird ausführlich beschrieben und fotografiert. Am Ende kann man es dann virtuell drehen und wenden, um es sich anzuschauen. Die virtuelle Geschenkesammlung enthält ein dreidimensionales Modell, was ein Rotieren in verschiedenen Ebenen ermöglicht, und eines „Zylinders" für Drehungen in nur einer Ebene. In der Anfangsphase wird die Datenbank nur den Mitarbeitern der Präsidentenverwaltung zur Verfügung stehen, aber in Zukunft wird jeder Russe die virtuelle Ausstellung der Geschenke auf einer eigens dafür erstellten Internetseite zu Gesicht bekommen.

Gemäß der offiziellen Regelung sind alle Geschenke, die der russische Präsident im Rahmen seiner Amtspflichten überreicht bekommt, Eigentum des Staates. Geschenke, die von Bürgern gemacht werden, sind vorab durch den Wachdienst zu überprüfen und werden anschließend inventarisiert. Sie werden in der Kreml-Bibliothek und einem Spezialdepot auf dem Gelände des Kremls, aufbewahrt.

Laut Gesetz darf der Präsident lediglich die Geschenke für sich behalten, deren Wert das Äquivalent von fünf Minimallöhnen (einem Betrag von weniger als umgerechnet 750 Euro) nicht übersteigt. Wenn das Geschenk jedoch teurer ist, der Präsident es aber behalten möchte, wird es taxiert und der Präsident hat den Differenzbetrag dafür aus seiner eigenen Tasche zu bezahlen.

 

Geschenke für Putin: Tiere, Schmuck und Kunst

Das wohl berühmteste Geschenk war das des Katastrophenschutzministers Sergej Schojgu: der Labrador Koni (mit vollem Namen Connie Paulgrave). Tiere schenkten ebenso der ehemalige Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow (eine Ziege), der König von Bhutan (einen Elefanten), der Emir von Abu Dhabi (ein Reitpferd) und der Präsident Kasachstans, Nursultan Nasarbajew (eine Kropfgazelle).

Der amerikanische Milliardär Robert Kraft schenkte einen mit Brillanten besetzten Silberring – einen solchen erhält der Gewinner des Super Balls,

dem Finale des American Footballs in den USA. Der Trainer der russischen Fußballnationalmannschaft Georgij Jarzew war mit seinen goldenen Fußballschuhen ebenso recht originell. Dem Staatsoberhaupt wurden mehrere Gemälde überreicht, die anschließend dem Kreml-Museum übergeben wurden. Eines der Bilder, die „Schmetterlinge" des ehemaligen chinesischen Parteichefs Jiang Zemin, wurde nicht gemalt, sondern aus einer Vielzahl verschiedenfarbiger Steinchen gestaltet.

Der Anführer des Rockerclubs Notschnyje Wolki („Nachtwölfe") Alexander „Chirurg" Saldostanow übergab Putin eine Lederjacke mit einem Aufnäher, auf dem ein Kreuz und die der Spruch „Gott mit uns" dargestellt sind. Zum 58. Geburtstag erhielt Putin von Studentinnen der Journalismus-Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität einen erotischen Kalender, für den die jungen Frauen sich selbst in halb entblößten Posen hatten ablichten lassen.

Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, bereitete dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein besonderes Geschenk – er ließ in Bethlehem eine Straße nach ihm benennen.

Unter den Geschenken an Putin befinden sich Schweizer Uhren, eine von Juwelieren angefertigte Kopie der Mütze des Monomach, der

Krönungsinsignie der russischen Zaren, ein Kristallkrokodil vom Staatsoberhaupt Moldaus, Wladimir Woronin, eine aus Jaspis gefertigte Karte Russlands sowie die Hymne der Russischen Föderation, gesungen von mehr als 60 000 Personen.

 

Geschenke für Medwedjew: ein iPhone, eine Straße und Kulinarisches

Als er noch Präsident war, erhielt Dmitri Medwedjew von Apple-Chef Steve Jobbs persönlich ein iPhone 4 überreicht. Die ehemaligen Staatssekretäre der USA, George Schultz und Condoleezza Rice, schenkten ein sowjetisches Plakat vom Anfang der Zwanzigerjahre, auf dem zum Lernen aufgerufen wird. Der Staatspräsident Venezuelas, Hugo Chávez, präsentierte seinem Amtskollegen Schokolade, Kakao und ein Glas Bananenkonfitüre. Die Palästinensische Autonomiebehörde benannte zu Ehren Medwedjews eine Straße in Jericho.

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