Total-Chef stirbt bei Flugzeugunglück in Moskau

Christophe de Margerie starb am Montag bei einem Flugzeugunglück in Moskau. Foto: Maxim Blinow/RIA Novosti

Christophe de Margerie starb am Montag bei einem Flugzeugunglück in Moskau. Foto: Maxim Blinow/RIA Novosti

Christophe de Margerie, Chef des französischen Ölkonzerns Total, ist bei einem Flugzeugunfall in Moskau am späten Montagabend ums Leben gekommen. Der Privatjet vom Typ Falcon 50 prallte am Moskauer Flughafen Wnukowo mit einem Schneeräumfahrzeug zusammen. Der Fahrer des Schneepflugs soll nach Angaben der Ermittler betrunken gewesen sein.

Christophe de Margerie, Chef von Total, einem der größten Ölgaskonzerne der Welt, ist bei einem Flugzeugunfall in Moskau am späten Montagabend getötet worden. Der Privatjet vom Typ „Falcon 50" prallte beim Start am Moskauer Flughafen Wnukowo mit einem Schneeräumfahrzeug des Flughafens zusammen, wie das russische Katastrophenschutzministerium mitteilte. Der Flughafen bestätigte das auf Anfrage von RBTH: „Um 23.58 Uhr (21.58 Uhr deutscher Zeit – Anm. d. Red.) prallte das Flugzeug beim Start mit einem Schneeräumfahrzeug des Flughafens zusammen. Das Flugzeug fing Feuer und brannte vollständig aus, Christophe de Margerie sowie alle Crew-Mitglieder kamen ums Leben. Der Fahrer des Schneepflugs wurde nicht verletzt", teilte die Pressestelle des Flughafens mit.

Wie das Ermittlungskomitee der Russischen Föderation gegenüber RBTH sagte, seien die Toten und die Black Box der Maschine geborgen und würden untersucht. Es gebe vier wahrscheinliche Szenarien, die zur Kollision geführt haben. Demnach sei entweder der Flugkapitän, der Flugbetriebsleiter, der Fahrer des Schneepflugs oder die schlechte Sicht schuld am Unglück. „Man weiß bereits, dass der Fahrer des Schneepflugs betrunken war. Einige Flughafenmitarbeiter können für die Dauer des Strafverfahrens suspendiert werden", teilte das russische Ermittlungskomitee mit. Alexander Karabanow, Rechtsanwalt des Schneepflugfahrers, bestreitet den Vorwurf der Trunkenheit.

Zur Untersuchung des Falls wurde eine Sonderkommission unter der Leitung des Internationalen Luftfahrtkomitees einberufen, an der auch Spezialisten aus Frankreich beteiligt sein werden. Zugleich wurde ein Strafverfahren gemäß dem Strafgesetzbuch der Russischen Föderation wegen „Verletzung der Sicherheitsbestimmungen der Luftfahrt und der Bedienung eines Luftfahrzeugs, die eine fahrlässige Tötung von zwei und mehr Personen nach sich gezogen hat" eröffnet. Gerüchte, nach denen der Total-Chef Opfer eines Auftragsmordes geworden sei, wiesen die Ermittler

zurück. Wie Anatolii Kulik, Leiter des Moskauer Zentrums für Flugbetriebsleitung, gegenüber RBTH sagte, erhoffe man sich nähere Informationen von den Flugbetriebsleitern, die nun verhört werden sollen.

Unterdessenhat der russische Präsident Wladimir Putin sein Beileid zum Tod des Total-Chefs ausgesprochen. „Wladimir Putin und Christophe de Margerie kannten einander schon lange und arbeiteten sehr eng zusammen", erklärte der Pressesprecher des Präsidenten. „Der russische Präsident schätzte insbesondere die hohe Professionalität von Herrn de Margerie, sein Engagement für die Entwicklung der bilateralen Beziehungen zwischen Russland und Frankreich und zur gegenseitig vorteilhaften und vielseitigen Kooperation", hob der Sprecher hervor. In Moskau hatte de Margerie an einer von dem russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedjew geleiteten Regierungskonferenz teilgenommen, bei der es um Investitionen aus dem Ausland ging. Der Total-Chef warals Gegner der Sanktionen gegen Russland bekannt.

Dassault Falcon 50

Das Privatflugzeug Dassault Falcon 50 ist ein dreistrahliges Flugzeug für Langstreckenflüge, das im Zeitraum von 1976 bis 2008 von dem französischen Flugzeughersteller Dassault Aviation produziert wurde. 1994 wurden die Präsidenten von Ruanda und Burundi in einer Maschine dieses Typs abgeschossen, was den Völkermord in Ruanda auslöste. Die Dassault Falcon 50 wird auch militärisch eingesetzt, unter anderem von Frankreich, Italien, dem Iran, Marokko, Portugal, der Republik Südafrika, Venezuela und der Ukraine.

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