Vorsicht Falle: Wie Wunderheiler und Geldfälscher in Russland ihr Unwesen treiben

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Papier verwandelt sich durch das Auftragen einer Flüssigkeit in Geld und ein Telefonat heilt alle Krankheiten: Immer mehr Betrüger nutzen die Leichtgläubigkeit vieler Menschen schamlos aus. RBTH stellt einige der raffiniertesten Betrugsmaschen vor.

Geld aus der Alchemistenküche  

Eine magische Flüssigkeit kann Papier in US-Dollar-Scheine verwandeln. Das glauben Sie nicht? Dann geht es Ihnen wie der russischen Polizei. Die nahm in Moskau zwei Afrikaner fest, die genau das behaupteten und auch bereitwillige Käufer fanden. Ein großes Showtalent konnte die Polizei den Verdächtigen immerhin bescheinigen: „Vor den Augen der Geschädigten bearbeiteten sie Papier mit einer chemischen Lösung. Sie zeigten ihnen anschließend einen Geldschein, der auf diese Weise entstanden sein sollte. Die Opfer konnten sich sogar von der Echtheit des Scheins überzeugen, denn die Verdächtigen hatten das Papier unbemerkt gegen eine echte US-Dollar-Note ausgetauscht.“ Während der Prozedur trugen die mutmaßlichen Täter Handschuhe und einen Mundschutz und betonten, wie gefährlich die Flüssigkeit sei. Auch das beeindruckte die Zuschauer wohl nachhaltig. Einer der Geschädigten zahlte 70 000 Euro für die vermeintliche Zauberformel.

Ein guter Name ist Geld wert

Vor drei Jahren wurden in der russischen Hauptstadt neun Männer festgenommen, die mindestens 12,5 Millionen Euro von ausländischen Unternehmern ergaunerten. Unter Firmennamen, die denen bekannter russischer Großunternehmen, etwa Gazprom oder Rosneft, zum Verwechseln ähnlich waren, handelten die Täter im Internet mit vermeintlichen Rohstoffen und Industriegütern wie Eisenbahnschienen und Lokomotiven. Einige hundert Unternehmer aus der EU, den USA und Asien fielen auf diese Masche rein und leisteten Vorauszahlungen, die auf ein Konto überwiesen werden sollten, dessen Inhaber mit JSC Railways angegeben war. Vertretern der russischen Eisenbahngesellschaft war dies schließlich aufgefallen und sie brachten die Ermittlungen ins Rollen.   

Falsche Silberlinge

Seit einigen Monaten werden in Russland gefälschte Silbermünzen, angeblich aus dem 18. und 19. Jahrhundert, angeboten. Wer dahinter steckt, ist noch unklar. Die falschen Münzen mit aufgeprägten Zarenportraits wechseln auf der Straße oder vorzugsweise in Unterführungen den Besitzer. Die Verkäufer behaupten, die Münzen geerbt oder einen Schatz gefunden zu haben. Zwischen 400 und 540 Euro verlangen sie und finden auch oft genug jemanden, der bereit ist, diesen Preis zu zahlen. Ein gutes Geschäft für die Betrüger: Tatsächlich sind die nachgemachten Silberlinge nicht mehr als etwa 1,30 Euro wert. 

Bei Anruf Gesundheit

Mitte Juli wurden in Moskau einige selbsternannte Wunderheiler verhaftet. Sie versprachen, Krankheiten durch das Telefon heilen zu können, oder boten an, die Zukunft vorherzusagen. Damit hatten sie offenbar eine Marktlücke entdeckt, denn die Hotline war stark nachgefragt. Doch statt Gesundheit und rosiger Zukunftsaussichten gab es nur ein Minus in der Kasse. Mindestens 40 Geschädigte hatten sich bei der Polizei gemeldet. Das Gericht verstand keinen Spaß bei falschen Heilsversprechen und verurteilte die Wunderheiler zu Freiheitsstrafen zwischen sechs und 15 Jahren.  

Wundersame Geldscheinvermehrung

Ausgefallen war auch der Trick von Betrügern aus der ostsibirischen Stadt Tschita. Den Gaunern gelang es, ihre Bankkonten mit Falschgeld aufzufüllen und danach echtes Geld abzuheben. Dafür manipulierten sie 5 000-Rubel-Scheine so, dass aus einem Schein mehrere wurden. Diese zahlten sie dann am Geldautomaten auf verschiedene Konten ein und hoben das Geld weniger später wieder davon ab. So entstand ein Schaden von rund 1 400 Euro. Die manipulierten Geldscheine fielen erst auf, als eine Woche später die Automaten geöffnet wurden.

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