Rostow-am-Don: 62 Tote bei Flugzeugkatastrophe

Sergey Pivovarov/RIA Novosti
Bei einem Flugzeugunglück in Rostow-am-Don starben alle 55 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder an Bord. Die Maschine aus Dubai stürzte beim Landeanflug ab. Zum Unglückszeitpunkt herrschte ein Unwetter. Die Ermittlungen zur Absturzursache laufen.

In den frühen Morgenstunden des 19. März gegen 1:40 Uhr MEZ stürzte in Rostow-am-Don eine Maschine der Fluggesellschaft Flydubai ab. Die Boeing 737-800 befand sich im Landeanflug, als sich die Katastrophe ereignete. An Bord waren 55 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder. Überlebende gab es keine. Nach Medienberichten waren die meisten Fluggäste Russen. An Bord sollen aber auch Ukrainer gewesen sein, sowie usbekische und indische Staatsangehörige. Die Crew kam aus verschiedenen Staaten. Der Pilot war nach Informationen des Radiosenders „Kommersant“ Grieche.

Unter den Absturzopfern soll auch ein Abgeordneter des regionalen Parlaments der Oblast Rostow und dessen Ehefrau sein. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Er ordnete an, ihnen größtmögliche Unterstützung zu gewähren, so Putins Sprecher Dmitri Peskow.

Überwachungskameras in der Nähe des Flughafens haben den Moment des Absturzes wohl aufgezeichnet. Entsprechende Aufnahmen kursierten im Internet.

Fehlgeschlagener Landeversuch

Der Absturz geschah während des zweiten Landeversuchs. Aus geringer Höhe schlug die Maschine 100 bis 200 Meter von der Landebahn entfernt auf. Der erste Landeversuch wurde abgebrochen. Die Maschine, die in Dubai mit halbstündiger Verspätung gestartet sein soll, kreiste vor dem zweiten Versuch rund zwei Stunden in der Luft.  

Der Gouverneur der Oblast Rostow, Wasili Golubew, erklärte, dass als mögliche Unglücksursache die schwierige Wetterlage in Betracht käme. Zum Zeitpunkt der Katastrophe gab es nach Medienberichten eine Sturmwarnung. Die Windgeschwindigkeit soll zum Absturz etwa 80 km/h gewesen sein. Die zuständigen russischen Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen. 50 Mitarbeiter wurden mit der Aufklärung des Unglücks betraut.

Den Rettungskräften bot sich ein Bild der Verwüstung. 700 Personen beteiligten sich unter Leitung des Katastrophenschutzministeriums an den Bergungsarbeiten. Mittlerweile wurden die Flugschreiber der Boeing gefunden. Sie könnten Aufschluss zur Absturzursache geben. Der Flughafen von Rostow am Don wurde vorübergehend geschlossen.

Nach Angaben von Medien war die abgestürzte Boeing 737-800 erst fünf Jahre alt. Flydubai, eine Billigfluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, war der erste und der einzige Betreiber der Maschine. Die Fluggesellschaft wurde 2008 gegründet. Ihre Flotte besteht aus 50 Maschinen vom Typ Boeing 737-800. Der Absturz ist der erste Unfall in der Geschichte der Fluggesellschaft.

Flydubai hat den Ticketverkauf vorübergehend eingestellt. Auf der Website präsentiert sich Flydubai nun in zurückhaltendem Schwarz-Weiß.

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