Wladimir Putin: Zustimmung um zehn Prozent eingebrochen

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Das unabhängige Lewada-Zentrum sieht jedoch keine Vertrauenskrise.

Die Zahl der Russen, die ihrem Präsidenten vertrauen, ging im letzten Jahr um zehn Prozent zurück. Das geht aus einer Untersuchung des russischen Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum hervor. Demnach hätten im vergangenen Jahr 83 Prozent russischer Staatsbürger dem Staatschef „gänzlich vertraut“ oder „eher vertraut“. Im laufenden Jahr beträgt dieser Wert 73 Prozent.

Nach Ansicht des stellvertretenden Direktors des Lewada-Zentrums, Alexej Graschdankin, bleibt die Zustimmungsrate ungeachtet des Rückgangs nach wie vor im hohen Bereich: „Die Werte nur im Vergleich zum Vorjahr zu interpretieren, wäre unzureichend. Es lohnt sich, die aktuelle Vertrauensrate im Kontext aller Umfragen der letzten 15 bis 16 Jahre zu betrachten“, erklärte der Meinungsforscher im Gespräch mit RBTH. Im Verlauf der letzten drei Jahre sei vor dem Hintergrund des Krim-Frühlings, so der Experte weiter, eine Woge des Vertrauens und der Sympathie für den Präsidenten zu beobachten gewesen: „Jetzt flacht diese Welle eben ab und die Umfragewerte kehren zum Ausgangslevel zurück, bleiben jedoch höher als der Minimalwert“, sagte Graschdankin.

Nach 2008 sei die Beliebtheit des Präsidenten stetig gesunken und habe in 2013 bei 38 Prozent ihren Tiefpunkt erreicht, erklärte der Soziologe.

Zudem hoffen laut den Umfrageergebnissen 65 Prozent der Russen darauf, dass Putin in seinem Amt als Präsident bestätigt wird. Im letzten Jahr waren es 57 Prozent. Rund ein Fünftel der Bevölkerung würde sich einen anderen Präsidenten wünschen: 22 Prozent in diesem bei 25 Prozent im letzten Jahr.

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