Russland erklärt Festigung arktischer Grenzen mit Gefahr organisierter Kriminalität

Das Schmelzen von Eis in der Arktis und eine längere Navigation am Nördlichen Seeweg machen eine Festigung der russischen Grenzen in der Region erforderlich, um die mögliche Gefahr der organisierten Kriminalität zu bannen.

Das erklärte der stellvertretende Sekretär des Sicherheitsrates Russlands, Jewgeni Lukjanow, am 21.

Januar auf einer Konferenz in der norwegischen Stadt Tromsö. "Die jüngsten Klimaveränderungen haben Transporte in der Arktis leichter gemacht. Zugleich kann eine intensivere Schifffahrt (in der Region) auch Schmuggler, illegale Migranten und Drogenhändler aktiv machen. Zudem schließt Russland das Einschleusen von Terroristen nicht aus." Eben deshalb sehe sich Russland gezwungen, seine arktischen Grenzen in Kooperation mit anderen Anrainerstaaten zu festigen und die Seetransporte in der Region zu kontrollieren. "Russland von heute verbindet seine militärische Präsenz in der Arktis nicht mit der Erfüllung irgendwelcher globaler militärpolitischer Missionen", betonte Lukjanow.

Der russische Sicherheitsrat setze auf die Anbahnung eines Dialogs mit den anderen Anrainer-Partnern in der Arktis. In diesem Jahr finde im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen ein turnusmäßiges Treffen von Vertretern des Arktischen Rates statt, in dessen Rahmen auch ein Besuch am Nordpol geplant sei, sagte der Experte.

Das russische Militär bereitet sich gegenwärtig auf die weitere Erschließung der Arktis vor. Vizeregierungschef Dmitri Rogosin hatte im vergangenen Dezember erklärt, dass Russland Mitte des 21. Jahrhunderts seine Souveränität einbüßen könnte, wenn seine nationalen Interessen in der Arktis schon jetzt nicht präzise markiert würden.

Zu dem auf Initiative Finnlands im Jahr 1996 gebildeten Arktischen Rat gehören Dänemark, Finnland, Island, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden und die USA. Einige andere Länder haben einen Beobachterstatus. 2013 wird der Vorsitz von Kanada geführt. Das Hauptziel des Rates sind der Schutz der arktischen Umwelt und die Entwicklung der Region.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti. 

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