Medwedew schließt Monopolentzug für Gazprom beim Gasexport nicht aus

Der russische Premier Dmitri Medwedjew, der seinerzeit den Aufsichtsrat von Gazprom geleitet hatte, schließt nicht aus, dass dem Staatskonzern in Zukunft das Monopolrecht auf den Gasexport entzogen werden kann.

„Das ist potentiell möglich, aber wir dürfen kein Geld dabei verlieren", sagte Medwedew am Mittwoch in einem Interview für den Fernsehsender Bloomberg TV.

Der russische Staatskonzern Gazprom hat ein gesetzlich festgelegtes Monopolrecht auf

Erdgasexport. Andere russische Unternehmen sind verpflichtet, mit Gazprom-Strukturen Exportverträge zu schließen. Inzwischen hat der größte unabhängige Gasproduzent Russlands, Novatec, die Behörden ersucht, die Möglichkeit zum Herausführen des von ihm produzierten Flüssiggases aus dem Exportmonopol von Gazprom zu erwägen. Wie der stellvertretende Energieminister Pawel Fjodorow zuvor der Agentur Prime mitgeteilt hatte, soll im Januar bis Februar eine Entscheidung über den Zugang von Novatec zum Export von Flüssiggas unter Umgehung von Gazprom getroffen werden. Laut Fjodorow hat das Energieministerium mehrere Ergänzungsfassungen zum diesbezüglichen Gesetz unterbreitet und führt einen Dialog mit der Regierung.

Gazprom und Novatec hatten früher ein Abkommen über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für die Produktion von Flüssiggas auf der Halbinsel Jamal (im russischen Hohen Norden) unterzeichnet. Das Projekt sieht die Erschließung der von Gazprom kontrollierten Tambej-Gasvorkommen und die Produktion von 16,5 Millionen Tonnen Flüssiggas im Jahr vor.

Wie der Novatec-Chef und -mitbesitzer Leonid Michelson im Januar äußerte, hat der Flüssiggasproduzent im Rahmen des Gemeinschaftsunternehmens keinen Anspruch auf einen selbständigen Handel mit eigenen Erzeugnissen.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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